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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
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Alkoholometrie.

Organen des Körpers sich äußern kann u. nicht seltenin Schlagfluß, Wahnsinn, Verbrechen, Selbstmordden Abschluß findet. Der Säuferwahnsinn (Dsllrinrn tremens oder potatorum) ist eine auf chronischeAlkoholvergiftung sich gründende Gehirnkrankheit,die unter den schlimmsten Symptomen verläuft undnicht selten zum Tode führt. — M. Huß, ChronischeAlkoholkrankheit, Stockh. u. Leipz. 1852; C. PH.Falck, Die klinisch wichtigen Intoxikationen, Erlang.1855; A. v. Franque, Das Delirium tremens,Münch. 1859; F. Habcrkorn, Alkoholmißbranch undPsychosen, Berl. 1869; C. Bouvier, PharrnakokStud. über das Alkohol, Berl. 1872.

Alkoholometrie, die Lehre von der Bestimm-ung des Alkoholgehaltes in weingcistigen Flüssig-keiten. Die chemische Analyse, obgleich sie dasgenaueste Resultat gibt, ist für die Praxis vielzu umständlich; die A. benutzt daher die physikali-schen Eigenschaften der weingeisthaltigen Flüssig-keiten, specifisches Gewicht, Siedepunkt, Spannkraftder Dämpfe, auch wol in neuerer Zeit die Licht-brechung, um den Gehalt an Alkohol zu ermitteln.Besteht eine Flüssigkeit nur ans Alkohol u. Wasser,so ist die Ermittelung des spec. Gewichtes dieeinfachste und sicherste Methode, den Alkoholgehaltzu messen. Da aber beim Mischen von Alkoholmir Wasser Contraction des Volumens eintritt(s. Alkohol) n. das Gesetz, nach welchem dieselbesich mit der Temperatur und dem Alkoholgehaltändert, nicht bekannt ist, da selbst beim Vermischenvon sehr verdünntem Weingeist mitWasser Volumcn-vcrgrößernng eintritt, so läßt sich Las spec. Gewichtder Mischung nicht aus den Mengen u. den spec.Gewichten des Wassers n. Alkohols berechnen, alsoauch umgekehrt ans der Dichte der Mischungmittels des gewöhnlichen Aräometers nicht aufden Procentgehalt an Alkohol schließen. Es muß-ten deshalb auf empirischem Wege Tabellen con-struirt werden, welche für das mit dem Aräometergefundene spec. Gew. den entsprechenden Alkohol-gehalt angeben. Solche Tabellen sind nach denvon Gilpin, Tralles, Gay-Lnssac u. Kopp ausge-sührten Bestimmungen hergestellt worden. Hiernach Brix eine solche Tabelle über die Bolumen-procente Alkohol, welche im wässerigen Weingeistvon verschiedenem spec. Gew. enthalten sind:

Spec. Gewichtbei 12j" L.

ZtzM

Spec. Gewichtbei 12A" L.

9

0,9928

75

0,8773

10

9866

80

8639

15

9811

85

8496

20

9760

90

8339

25

9709

91

8806

30

9655

92

8272

35

9592

93

8237

40

9519

94

8201

45

9435

95

8164

50

9.343

96

8125

55

9242

97

8084

60

9134

98

8041

65

9021

99

7995

70

890«

100

7946

! Indem ferner das Aräometer dahin abgeändert:wurde, daß man statt des spec. Gewichtes sofortden Procentgehalt an Alkohol dem Volumen oderdem Gewichte nach ablesen kann, sind die Messungennoch vereinfacht worden. Diese Alkoholometer(s. n. Aräometer) sind wegen der Abhängigkeit desVolumens von der Wärme für eine bestimmteNormaltemperatur constrnirt, u. man hat, wennletztere von der Temperatur der zu bestimmendenFlüssigkeit verschieden ist, eine Correction anzu-bringcn, welche ans Tabellen abgelesen wird. DieAngaben des am weitesten verbreiteten Alkoholo-meters von Tralles, welches Volumenprocenteablesen läßt, beziehen sich auf die Normaltem-peratnr von 12,5" R. (genau 12F"R. — 60"!?.— 15°-" 6). Das Alkoholometer von Richter,welches Gewichtsprocente angibt, ist wenig ge-bräuchlich, zudem sind seine Resultate ungenau.Die Verwandlung von Volumenprocenten in Ge-wichtsprocente geschieht am schnellsten mittels einerTabelle, kann aber auch durch Rechnung erreichtwerden, indem man die Volumenprocente mit demspec. Gew. (0,„„) des absoluten Alkohols mul-tiplicirt u. das Product durch das spec. Gew. desbetreffenden Weingeistes dividirt. Hat z. B. einWeingeist 85 Bol.-Proc., so heißt das: 100 obomWeingeist enthalten 85 vbom absoluten Alkohol.Das spec. Gew. dieser Mischung ist aber nach derTabelle 0,g„g, das des absoluten Alkohols O,,^.Also enthalten 100.0,s^gsFMijchnng85.0,„„§absoluten Alkohol, oder 100 A Mischung enthalten85.0,„4g dividirt durch 0,g„g — 79,g x abso-luten Alkohol. Die Angaben des TrallesschenAlkoholometers weichen von denen des Gay-Lnssacschen, welcher hauptsächlich in Frankreichgebraucht wird, sowenig ab, daß sie für den prak-tischen Gebrauch als übereinstimmend betrachtetwerden können. Die Methode der Werthbestimm-img des Alkohols in England gründet sich aufein anderes Princip. Ein Weingeist von 57,„KTralles wird als Probespiritus (Ürookspirlt) niit0° bezeichnet und ans denselben die Stärke der zubestimmenden Flüssigkeit bezogen. Stärkerer Al-kohol wird Überprobe (Ovsrprook), schwächererUnterprobe (klncisrxrook) genannt; 25" Ovvrxroolbedeutet: zu 100 Bol. dieses Weingeistes können25 Bol. Wasser gesetzt werden, um (125 Vol.)Drookspirit herznstcllen; 25" llnäsrproof heißt:in 100 Vol. dieses Weingeistes sind 25 Vol. Wasser,also 75 Vol. Drookspirit:. Der Alkoholgehalt sol-cher spiritnösen Flüssigkeiten, welche, wie Bier u.Wein, außer Wasser n. Alkohol noch andere, dasspec. Gew. beeinflussende Bestandtheile enthalten,kann selbstredend nicht mit dem Aräometer gemessenwerden. In diesen: Falle benutzt man die Eigen-schaft alkoholhaltiger Flüssigkeiten, beim SiedenDämpfe zu entwickeln, deren Spannkraft mit derMenge des Alkohols znnimmt. In Geißlers Va-porimeter wird die Flüssigkeit in einem nach obengeschlossenen Glasgefäß über Quecksilber durchWasserdämpfe erhitzt. Das Gefäß steht mit seinemunteren, offenen Ende mit einer nach oben gerichte-ten engen Glasröhre in Verbindung, in welchedas Quecksilber durch die Dampfe hineingedrücktwird u. zwar um so höher, je reicher die Flüssig-keit an Alkohol ist, wobei vorausgesetzt wird, daß