Alkoholaturcn -
28 Vol. Sauerstoff, 13 Vol. Stickstoff, 52 Vol.Grubengas, 359 Vol. Äthylen, 433 Vol. Kohlen-säure. Von seiner Eigenschaft, begierig Wasser zuziehen, macht man Gebrauch, um anatomischePräparate aufzubewahren. Dieselben verlieren durchöfteres Übergießen mit absolutem A. ihre ganzeFeuchtigkeit und bleiben dadurch vor Fäulniß ge-schützt. Absoluter A., in den Magen gebracht,wirkt giftig, ins Blut gespritzt, tödtend. Der A.kann sich mit einigen Salzen, wie Chlorcalcium,salpetersaurer Magnesia, so vereinigen, daß er sichähnlich dem Krystallwasscr verhält. Man nenntsolche Verbindungen Alkoholate, entsprechend denHydraten. Kalium u. Natrium zersetzen den ab-soluten A. Es bilden sich unter Wasserstoffent-wickelnng Kalium- oder Natriumäthylat 6,8^80,welche sich mit A. zu farblosen Krystallen verbin-den. A-dampf durch ein glühendes, mit Bims-steinstücken gefülltes Rohr geleitet, liefert mannig-fache Zersetzungsproducte: Wasserstoff, Kohlenoxyd,Äthylen, Sumpfgas, Acetylen, Benzol, Naphthalin,Phenol, Essigsäure, Aldehyd. Hängt man einestark erhitzte Platindrahtspirale in ein Gefäß, andessen Boden sich schwach erwärmter A. befindet,so geräth der Draht in lebhaftes Glühen (Glüh-lampe). Wird fein vertheiltss Platin (Platin-schwarz) mit A. befeuchtet, so oxydirt er sich leb-haft zu Aldehyd und Essigsäure, wobei oft Glühendes Platins eintritt. Langsame Oxydation zuEssigsäure erfolgt bei der Essiggährung durch Ein-wirkung eines Ferments, der Essigmutter. Chlorwirkt heftig auf A. ein, u. es bilden sich, je nachdessen Stärke und der Intensität des Lichtes, ver-schiedene Products, wie Acetal, Essigsäure, Essig-äther u. deren Substitutionsproducte; als Haupt-und Endprodukt entsteht jedoch bei langein Eiu-wirken auf concentrirten A. Chloralhydrat6,61,80,820, oder auch Chloralalkoholat6,61,80,6,8,0. Chlorkalk erzeugt mit A.Chloroform. Ähnlich wirkt Brom. Salzsäurewird reichlich äbsorbirt unter Bildung von Athyl-chlorür. Salpetersäure wirkt je nach ihrer Con-centration verschieden heftig ein, wobei sich zahl-reiche Zersetzungsproducte bilden. RauchendeSalpetersäure bildet bei Anwesenheit von Silberoder Quecksilber in der Wärme knallsaure Salze.Schwefelsäure bildet mit, A. Äthylschwefclsäure,bei Erwärmen auf 140° Äther, bei höherer Tem-peratur und überschüssiger Säure schwefelige Säure,Kohlensäure, Äthylen u. s. w. Die hauptsächlichsteVerwendung findet der A. in den geistigen Ge-tränken; als Brennmaterial wird er meist durch dasLeuchtgas ersetzt; die Auflösungen vieler Harze in A.dienen als Lack; in der Medicin wird er zur Be-reitung von Tincturen, d. h. weingeistigen Lösun-gen anorganischer», organischer Stoffe, gebraucht, so-wie zurHerstellung vonSeifenspiritus, Opodeldok rc.
Alkoholatnren (Pharm.), Mischungen frischerPflanzensäfte mit Alkohol, wodurch die Veränder-ung der in ersteren enthaltenen wirksamen Be-standtheile verhütet wird, weil der Alkohol gumini-nnd eiweißartige, sowie andere leicht zersetzbareSubstanzen ausfällt. Sie werden meist aus glei-!chen Theilen Saft und Alkohol bereitet und nach!dem Absetzenlassen und Klären aufbewahrt. !
Alkoholdhskrasie (Med.), s. Alkoholismus.!
— Alkoholismus. 487
Alkohole (Chem.), eine große Klaffe von
- organischen Körpern, die ihren Namen vondem gewöhnlichen Älkohol herleiten, weil siemit diesem gewisse Ähnlichkeit zeigen. Siebestehen alle aus Kohlenstoff, Wasserstoff undSauerstoff, reagieren neutral, vereinigen sichmit Säuren unter Austreten von Wasser zuzusammengesetzten Äthern. Ihrer Zusammensetzungnach lassen sie sich betrachten als Verbindungeneines Alkoholradicals mit Hydroxyl, d. i. der Ver-bindung von 1 Atom Wasserstoff mit 1 At. Sauer-stoff (OH). Demnach ist z. B. Äthylalkohol dieVerbindung von 6,8, (Äthyl) mit 08. Die A.werden eiugetheilt in ein-, zwei- u. dreiatomige;die einatomigen enthalten das Radical gebundenan einmal die Gruppe 08, die zweiatomigen anzwei-, die dreiatomigen an dreimal die Gruppe08. Eine weitergehende Eintheilung in primäre,secundäre und tertiäre A. gründet sich auf dieStellung der Hydroxylgruppe im Molecül. Dieam längsten und genauesten bekannten A. sind dieprimären einatomigen A., von denen man bisjetzt folgende kennt: Methyl-, Äthyl-, Propyl-,Butyl-, Amyl-, Caproyl-, Önanthyl-, Capryl-,Nonyl-, Dekatyl-, Cetyl-, Ceryl-, Myricylalkohol.Diese entsprechen der allgemeinen Formel6,8,n->-,0 Andere primäre, einatomige A. sindder Allyl-, der Benzyl- und Zimmtalkohol. Allediese A. sind charakterisier durch ihr Verhaltengegen Oxydationsmittel, mit denen sie Aldehydebilden (s. d.), durch Verlust von 2 Atomen Wasser-stoff u. dann durch Aufnahme von 1 Atom Sauer-stoff in Säuren übergehen, z. B.
6,8,0-28 --- 028.0-j-O — 628.O,
Äthylalkohol Aldehyd Essigsäure.
Von diesen unterscheiden sich die secundären ein-atomigen A. dadurch, daß sie mit Oxydations-mitteln Ketone bilden (s. d.). Hierhin gehören derIsopropylalkohol u. a. Die zweiatomigen A. wer-den auch Glykole genannt (s. d.). Von dreiatomi-gen A-n ist nur das Glycerin näher bekannt (s. d.).Ein vieratomiger Alkohol ist der Erythrit. Alsfünf- u. sechsatomige A. lassen sich die in der Naturweit verbreiteten Kohlenhydrate betrachten (s. d.).
Alkoholismus, Alkoholvergiftung, Alkoholdys-krasie (Med.), krankhafte Beschaffenheit zunächstdes Blutes durch unmäßigen Genuß geistiger Ge-tränke, bes. Branntweinarten; die eigentliche Dys-krasie entsteht vorzüglich bei schlechter Kost undsonstiger schlechter Lebensweise. Die Alkoholkrank-heit überhaupt verläuft entweder rasch (acut), oderlangsam (chronisch); die acute kann man ganz u.gar als Vergiftung auffaffen, die chronische alsDyskrasie oder Blutentmischuug im eigentlichenSinne. Werden große Mengen alkoholischer Ge-tränke (die über 50K Alkohol enthalten) auf ein-mal genossen, so erkrankt zunächst der Magen u.das Darmrohr, u. der Tod kann durch die Folgender Entzündung der Verdauungsorgane erfolgen.Bei Aufnahme verhältnißmäßig größerer Mengenberauschender Getränke (die weniger als 40—-50ZAlkohol enthalten) wird zunächst das Gehirn er-!griffen, u. es zeigt sich der Rausch in seinen ver-schiedenen Graden und Formen. Werden geistige! Getränke täglich in schädlichen Quantitäten genossen,
! so entsteht chronische Alkoholvergiftung, die in allen