^Idioviilla.
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verjüngt haben wollten n. behaupteten, allen Krank- jheilen und dem Tode trotzen zu können. Andereidrücken sich in Bezug auf den Tod vorsichtigemans, so Basil. Valentinus: „Keine Armnth wirdder Besitzer des Steines der Weisen verspüren,keine Krankheit wird ihn rühren u. kein Gcbrcsteihm schaden, bis zu dem gesetzten Ziele des Todes,bis zu der letzten Stunde, so ihm von seinemHimmelskönige gesetzt ist." Die Bereitung desSteines der Weisen beruht nach Ansicht der altenAlchemisten auf göttlicher.Beihilfe; es ist alsoSünde, Den in das Geheimniß cinznweihen, demdie göttliche Gnade mangelt. Gar Viele aber hiel-ten sich für würdig n. anserwählt u. suchten ansjahrelangen Reisen Denjenigen, der ihnen das großeGeheimniß anvertrauen könne. Fürsten hatten dasnicht nöthig. Sie sperrten Diejenigen, die im Ge-rüche standen, Adepten zu sein, kurzweg ins Ge-fängniß, hielten sie so lange in strenger Haft u.sparten selbst die Qualen der Folter nicht, bis sieentweder ihre Unkenntniß bekannten n. nicht seltenam vergoldeten Galgen ihr Betrügerleben endeten,oder, wie Böttcher in Dresden n. ans dem Konig-stein, durch irgend einen Zufall oder eine glücklicheFlucht gerettet wurden. In allen möglichen un-organischen u. organischen Substanzen wurde nachder nmtoria prima, ans welcher der Stein derWeisen zu bereiten sei, gesucht, und da die mysti-schen, bilderreichen und durchaus unverständlichenRecepte der vorausgegangenen Schriftsteller allemöglichen Deutungen zuließen, so war dem Un-verstände n. der Thoryeit Thur n. Thor geöffnet.Noch 1608 erschien ein Buch, in welchem gelehrtwurde, daß aus 24 Juden 1 Loth Gold gemachtwerden könne; noch 1616 ein anderes: „Ulcp-wistica, d. i. wahre Kunst, aus Kuhmist gut Goldzu machen". Daß bei all diesem blinden Tappenu. Suchen da und dort für die eigentliche Chemieder Zukunft auch ein Bröcklein Thatsache abficl,kann nicht wundern. Wir erinnern nur an dieEntdeckung des Phosphors durch den Alchemistenund bankerotten Kaufmann Brandt in Hamburg
1669, der aus Harn den Stein der Weisen dar-znstellen suchte, und an Böttchers Erfindung desPorzellans. Zahlreich waren die Münzen, die auskünstlich dargestellrem Golde geprägt sein sollten.Für die Alchemisten waren dieselben hinreichendeBeweise für die Möglichkeit einer Metallverwand-lung. Viele derselben ergaben sich aber bei dengenaueren analytischen Untersuchungen spaterer Zeitals nicht probehaltig — offenbar war hier einBetrug mit untergelaufen — oder sie bewährtensich, u. dann müssen wir annehmen, daß der Be-trug eben geschickter und vollkommener ausgcführtwurde. Ten blinden Anhängern der A. lag frei-lich der Gedanke an einen Betrug fern; höchst er-götzlich sind die Versuche, die namentlich spätervielfach angefochtene Lehre von der Metallverwand-lung zu begründen. So fand Becher, einer derklarsten und speculativstcu Köpfe Deutschlands, um
1670, für nöthig, ernstlich einem Gegner der A.entgegenzutreten, der behauptet hatte, eine Metall-Verwandlung sei überhaupt nicht möglich, weil sonstSalomo, der im Besitze aller Weisheit Himmelsund der Erde gewesen sei, auch davon Kenmuißgehabt haben müsse. Aber Salomo habe ja Gold
von Ophir holen lassen, auch Steuern erhoben.Warum aber Schiffe fortschicken, warum das jüdi'cheVolk besteuern, wenn er auf alchemistischcm Weg-Gold machen konnte? Gegen diesen boshaftenAngriff auf die A. wehrt sich Becher sehr entschie-den. Daß er Steuern erhoben habe, meint Becherunter Anderem, sei kein Beweis dagegen, dennKaiser Leopold I., der doch gewiß Adept gewesen,habe auch Steuern erhoben, weil diese für dieUnterthanen das eigentliche Zeichen des Umer-worfcnseins seien. Daß Salomo von Ophir Goldholen ließ, sei erst recht kein Gegenbeweis, dennes sei wahrscheinlich, daß Salomo nur die Schiffeausgeschickt u. ihnen den Stein der Weisen mil-gegeben habe, um in Ophir Gold zu machen u.so das Geheimniß der Wandlung zu wahren.
Je mehr Anhänger die medicinijche Chemie ge-winnt, um so mehr verliert die A. an Boden,obgleich beide noch geraume Zeit neben einanderhergchen. Der Niederländer I. B. van He lmont(1577 —1644) war ein Hanptvertreter der medi-cinischen Chemie n. vereinigte tiefes mcdicinischesund chemisches Wissen; und doch glaubte er festan die Existenz des Steines der Wellen; obgleicher sich nie um seine Darstellung bemühte, war ervollkommen von der Möglichkeit der Metallver-wandlung überzeugt und stellte selbst 1618 aus 8Unzen Quecksilber mit Gran des Steines, dener von Unbekannten erhalten, reines Gold dar.Bei seinen chemischen Kenntnissen ist unbegreiflich,wie er sich täuschen konnte. „Es gehört dies Fac-tum zu denen, wo es Einem fast ebenso schwerwird, die Möglichkeit einer Täuschung anzunehmen,als an die Wahrheit der Sache selbst zu glauben."(Kopp.) Doch sind nur wenige derartige Fällebekannt. Als die Wissenschaft sich schon ganz vonder A. abgewaudt hatte, fand dieselbe noch zahl-reiche gläubige Anhänger in den ausgedehntenwissenschaftlich halb- oder ungebildeten Kreisen.Erst mit Ende des vorigen Jahrhunderts hatte dieA. ihr wissenschaftliches Ansehen vollkommen ein-i gebüßt, u. es muß als eine Anomalie erscheinen,
! daß der Arzt Kortüm, der Verfasser der Jobsiade,ftioch einmal 1796 eine freilich nur fingirte Her-ünetiiche Gesellschaft gründen konnte;' aber die aus-gedehnte Correspondenz derselben zeigt, daß immernoch in den Köpfen von Vielen das chimärischeProblem der Goldmacherei spukte. Ja, es ist nichtunwahrscheinlich, daß selbst heute noch da oder dcrc!von unwissenden Thoren an der alchemiftischcnAufgabe gearbeitet wird. Vgl. H. Kopp, Geschichteder Chemie, Braunichw. 184.1, Bd. 1 u. 2; dessenAussatz: Über den Verfall der A. und die Herme-tische Gesellschaft in den Denkschriften der Gesell-schaft für Wissenschaft und Kunst, Gießen 1847;! dessen: Sonst u. Jetzt in der Chemie, Braunichw.>1847; dessin: Entwickelung der Chemie in der! neueren Zeit, München 1871.
! ülcbsmlllri (so genannt wegen ihrer ver-mieintlichen alchemistischen Kräfte; Sinau, Frauen-mantel, Löwensnß), Pflanzengatinng aus der Fa-milie der Rosaceen (Sanguisorbcen, IV. I-;grünlich-gelbe Vlüthen mit glockiger Kelchröhre, amSaume mit 4 breiten n. 4 abwechselnden kleinerenZipfeln; 1 oder 4 Staubfäden; die Kronblänerfehlen. Arten: -O vuissmis T.(Alchemistenlraut,gem.