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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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370 Albumiuate

in Wasser zu einer klaren Flüssigkeit ans, die beim!Erhitzen auf 7072» gerinnt. Diese Temperatur ^wird durch Anwesenheit von Säuren oder Salzenerhöht, durch Alkalien erniedrigt. Alkohol erzeugtin der Lösung des Blut-A-s einen Niederschlag,der gleich nach der Fällung in Wasser löslich ist,bald aber in den unlöslichen Zustand übergeht.Äther fallt die Lösung nicht. Salzsäure erzeugteinen im Überschuß der Säure löslichen Nieder-schlag, während Kohlensäure, verdünnte Miucral-säureu und, Weinsäure keine Fällung bewirken,o) Dem Serum-A. sehr ähnlich ist das Eier-A.,welches aus dem Eiweiß der Vogeleier durch Ein-dampfen bei niedriger Temperatur als fester Rück-stand erhalten wird, den mau zur Entfernung derFette noch mit Alkohol u. Äther auszieht. Da-nach stellt es eine gelbliche, durchsichtige Masse vonspec. Gew. dar, die sich in ihren Eigenschaftenwenig vom Blut-A. unterscheidet. Es enthält freiesAlkali n. Salze, von denen es wie das Blut-A.getrennt werden kann. In Wasser löst es sichunter Aufquellen u. coagulirt bei derselben Tem-peratur, aber unter Entwickelung von Schwefel-wasserstoff, wodurch es sich vom A. des Blutesunterscheidet. Durch Alkohol wird es gefällt, ebensodurch Salzsäure; letzterer Niederschlag ist in Wassersowol, als in überschüssiger Säure sehr schwer lös-lich. Auch die meisten übrigen Mineralsänren, diegewöhnliche Phosphorsäure ausgenommen, erzeu-gen einen Niederschlag, der aus einer Verbindungder Säure 'mit coagulirtein A. besteht. Essigsäureu. die meisten anderen organischen Säuren fällendie Lösung nicht. Einen Niederschlag geben fernerdie Products der trockenen Destillation, wie Kreosot,Anilin rc. Versetzt man eine coucentrirte Lösungvon Blut- oder Eier-A. mit Kalilauge, so entstehteine durchsichtige Gallerte von Kalium-Albnminat.Die Polarisationsebene wird vom Eier-A. etwasschwächer nach links gelenkt, als vom Blut-A. Dadas A. die Eigenschaft hat, beim Gerinnen durchdie Hitze andere in Flüssigkeiten suspendirte Kör-per einzuschließen, so findet es häufig technischeAnwendung zum Klären von Flüssigkeiten, z. B.von Zuckersaft, zu welchem Zwecke auch der Eiweiß-aehalt des geschlagenen Ochsenblutes benutzt wird.Ähnlich wirkt es als Gegenmittel bei Vergiftungendurch Ouecksilbersublimat. Seine klebenden Eigen-schaften machen es geeignet zum Zeugdruck u. zumVergolden. Mit Kalk gemischt gibt es einen Glas-und Porzellankitt.

Albumiuate, 1) Eiweißkörper; 3) die Ver-bindungen von Albumin mit Basen, z. B. Kalium-albuminat; s. Albumin.

Alüuininin (Oonin), die Substanz des äußerstfeinen, gewöhnlich nicht zu erkennenden Häutchens,welches das Eiweiß der Vogeleier in Zellen ein-schließt, von Couerbe dadurch abgeschieden, daß erdas Eiweiß einen Monat lang einer Temperaturvon 08» aussetzte, wobei es nicht gerann. Esbildet eine weiße, häutige, stickstofffreie Substanz,die sich gegen Reageutien von Eiweiß verschiedenverhält.

Albuminolde, so v. w. Eiweißkörper.

Albumittös, Albumin in vorwiegendem Maßeenthaltend; Albuminose, diejenige Beschaffenheitder Blutmischnng, wo das Albumin auf Kosten!

- Albuquerque.

sauberer Bestandtheile vorwiegt; albuminose oders albuminös-eitrige Exsudate, die bei Entzündungenausschwitzenden Flüssigkeiten, wenn Albumin darinvorherrscht; albuminöser Urin, U., welcher Eiweißenthält (s. Albuminurie); Albuminosa, Eiweiß ent-haltende Nahrungs- u. Genußmittcl, wie Ei, Öl,Cacao rc.; Älbuminuretica, Mittel, die Las Er-scheinen von Albumin im Harne erwirken helfen.

Albuminsäure, so v. w. Albumin.

Albuminurie (Albuminorrhöe, v. Lat. u. Gr.;Med.), Eiweißharuen, eine Erscheinung, der manbei mancherlei Krankheiten u. Zuständen begegnet,so bei tiefgreifender Entzündung der Nieren, beiEntartung dieser Organe, bei Katarrh der Harn-werkzeuge u. in allen Verhältnissen, welche hohenBlutdruck in den Nieren mit sich bringen. NachEinnahme gewisser Medscamente, so Canthariden,Karbolsäure, Brechweinstein, zumal bei längeremGebrauche oder bei größeren Mengen, erscheintEiweiß im Urin; desgleichen bei Genuß großerMengen von Hühnereiwciß. Die A. ist entwederbleibend, oder nur vorübergehend; vorübergehendeA. beobachtete man bei Lungen- und Herzkrank-heiten, Typhus, Rheumatismus, Kindbettsieber,Darmentzündung, Bleichsucht. Um Eiweiß imHarne uachznweisen, muß man zuvor ermitteln,ob der Urin alkalisch, oder sauer ist; bei alkalischemUrin fällt auf Zusatz von Salpetersäure, bei saue-rein Üriu durch Erhitzen das Eiweiß in Flockenheraus. F. Th. F-rerichs, Die Brightsche Nieren-krankheit, Brannschw. 1851; Dickiuson, On UrsUatllol. Link 'Irealm. olLllbumiimria, Lond. 1868;Neubauer u. Vogel, Analyse des Harnes, 6. Aufl.,Wiesb. 1872; F. W. Beneke, Grundlage der Pa-thologie des Stoffwechsels, Berl. 1874;

Albunol, Stadt (Villa) in der spanischen Pro-vinz Granada, in der Sierra de Contravissa; vor-züglich Weinbau; 4080 Ew.

Albuquerq»e, 1) befestigte Stadt in der spa-nischen Provinz Badajoz (Estremadura), nahe derportugiesischen Grenze; Stammsitz der Herzoge V.A.; z7530 Ew.; starker Wollhandel. 3) (A. y Alameda) sPoststadt im County Berualillo in Neu-Mexico(NAmerika), am linken Ufer des Rio Grande;1307 Ew. In der Nähe Camp Vigilance, Mili-tärposten der Verein. Staaten; auf der anderenSeite des Flusses das große Dorf Atrisco.

Alümfuergue, edle portugiesische Familie, ent-sprossen von den alten Königen von Portugal.Merkwürdig find: 1) Don Juan d'A., Erzieher,Minister und Großkanzler Peters des Grausamenvon Castilien; später überwarf er sich mit demKönig, ging nach Portugal, wo er einen Kriegs-zug gegen seinen alten Herrn vorbereitete, als erplötzlich 1354 starb. 3) Alfonso d'A., ocr Großeoder der Portugiesische Mars, geb. 1452 zu Al-handa; ward am Hofe des Königs Alfons V. vonPortugal, wo sein Vater Gon^alo eine einflußreicheStelle bekleidete, erzogen, trat früh in die Kriegs-marine u. zeichnete sich in den Kämpfen der Por-tugiesen in NÄfrika aus. 1503 mit einer kleinenFlotts nach Ostindien gesendet, versuchte er dieInsel Ormus, damals Sitz des Welthandels undStapelplatz der Waaren des Ostens, zu erobernm. brachte auch den Herrscher der Insel zur An-erkennung der portugiesischen Hoheit und der Er-