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Afrika (Religion, Staatliche Eintheilung).
dann die Awläd Abu Simbil, welche von demAtbara bis nach Sennar nomadisiren; ferner ge-hören hierher die Dankali (Sing. Danakil) an densüdlichsten Küsten des Rothen Meeres; dann dieGalla, ein nomadisches, sittenstrenges, edles Volkin Abessinien u. im östlichen Binnen-A., von 8" n.bis 3" s. Br.; sie nennen sich Orma od. Oroma,sind von dunkler Hautfarbe und haben lockiges,langes Haar und üppigen Bartwuchs; theilweisesind sie dem Christenihum oder dem Islam zu-gcthan, theilweise haben sie ihre eigene Religionohne Götzen. Ob die Njam-Njam oder Sandal,gleichfalls den Hamiten zuzurechnen sind, mußeine weitere Forschung ergeben. Ungewiß ist auchdie ethnographische Stellung der Somali, dienahe von Bab el Mandeb bis zum Schubflusseam Indischen Ocean wohnen. Tie Semiten, denöstlichen Theil von A. bewohnend, unterschei-den sich von den Hamiten besonders durch reicherenBartwuchs, schmale Lippen, scharf gezeichneteBrauen, meist gebogene Nase u. eine von leichtemDunkel bis zum tiefen Braun übergehende Haut-farbe. Hierher gehören die Abessinier. Dieselbenkamen aus Arabien herüber und gründeten in,Hochlande ein großes Reich; ihre Farbe variirtvon nahezu weiß durch dunkelbraun bis zuschwarz, und ihr Haar ist straff bis zu kraus;die Sprache derselben hat sich jetzt auch nachNubien über hamitische Stämme verbreitet. Araber,gleichfalls ein Stamm der Semiten, überzogen aucheinst den ganzen N. A-s; ihr Einbruch zwischenden Atlasländcrn n. dem Mittelländischen Meerevernichtete dort den christlichen Glauben, das Kreuzmußte dem Halbmonde weichen. Am N-Randesitzen noch die ebenfalls semitischen Inden. Auf derInsel Madagascar wohnen dicHowadcs malayischcnStammes, welche das Ausschmelzen der Eisenerzeunter Anwendung eines Blasebalges von Bam-busrohr betreiben, wie es auf malaiischen Inselnvorkommt. Auch ihre Sprache gehört zur malaii-schen Familie. — Die Zahl der Einwohner desganzen Erdtheils kann bei der noch mangelhaftenKenntniß desselben nicht mit Sicherheit angegebenwerden; genauere Ermittelungen sind nur in denvon Europäern beeinflußten oder beherrschtenLändern möglich; ebenso entziehen sich die Ver-hältnisse der Dichtheit der Bevölkerung bis aufwenigeLänder einer befriedigendenConstatirnng.Znden dichter bevölkerten Gegenden gehören jene amSenegal, am Busen von Guinea, in den Küsten-ländern von Oberguinea, Sudan und die Galla-ländcr und der N-Rand am Mittelmeere; geringeDichtigkeit zeigt der S. von 10° s. Br. an. DieGesammtbcvölkerung schätzt man gegenwärtig auf129l Million.
H. Sprachen, s. Afrikanische Sprachen.
I. Der Religion nach sind die UreinwohnerHeiden, der Mehrzahl nach Fetischanbcter; soweitdie Araber cingcdrnngcn sind, herrscht der Islam,namentlich gilt dies von der ganzen nördlichenHälfte vom Gambia durch das Innere überKordofan zum Weißen Nil gegen die W-SeiteAbessiniens und noch einem Theil der O-Küste.Namentlich die Fellata im Sudan sind eifrigeMohammedaner, haben den Islam in ihremganzen Machtgebiete verbreitet und breiten ihn
> täglich weiter nach Süden aus. Das Christenthumist nicht nur eingeführt in den europäischen Nie-derlassungen, sondern auch vei den Kopten inÄgypten u. in Abessinien und durch Missionärean der Guineaküste, sowie bei den Kassern undHottentotten; Anhänger desselben sind jetzt auchdie Howa auf Madagascar geworden. Die'Judenhaben,sich dicht am N-Rande ausgebreitet.
X. Uber Sitten u. Gebräuche, Gewerben. Handel enthalten die Beschreibungen der ein-zelnen Völker die nöthigcn Angaben.
U. Allgemeine staatliche Eintheilung 1)Atlasland: a. das despotische Sultanat Marokko;b. das französische Algerien; o) das der Türkeitributpflichtige Tunis; 2) das türkische EjaletTripolis mit Fczzan; 3) das türkische Vice-königreich Ägypten; 4) die ägyptische ProvinzNubien; S) die Reiche von Abessinien; 6) dieO-Spitze des Continents (Somaliland); 7) n.-östl. S-Afrika: a. das Snahcliland, b) Mozam-bique, o. Sofala, ä. die britische Colonie Natal,,s. das britische und das freie Kafferaria; k.Transvaalsche Republik, §) Oranjcflnß-Nepublik(die beiden Freistaaten der holländischen Boers);8) das britische Capland; 9) das westl. S-Afrika ra. das Land der Groß-Namaqua, b. das Landder Bundavölker; 10) Guinea; 11) Senegambien;121 die Sahara; 13) das Binnenland von N-Asrika(Nigerland); 14) das Binnenland von S-Afrika;l5) die wcstafrikanischen Inseln: a. Tristan daCnnha (d'Acunha), b. St. Ascension, o. St. Helena,ä. die Gnineainseln, s. die Inseln des GrünenVorgebirges (Capvcrdische Inseln), k. die Cana-rischen Inseln, §) Madeira u. Porto-Scmto, b.die Azoren; 16) die ostafrikanischen Inseln: a.Madagascar und sein Archipel, b. die Comoren,e. die Mascarenischen Inseln, >1. die Mähe- oderSeychellcninseln, s. die Admiralitätsinseln, k. dieInsel Rodriguez, x. die Inseln zwischen den Mas-carencn und Seychellen, b. Socotora. Näheressiehe die besonderen Artikel. N. Literatur:Kiepert, Beiträge z. Entdeckungsgeschichte A-s, Berl.1873; Ls 1a Darre Lnxareg,I7Ltrigne cispnis gna-trs sieelss äepsints an ino/en äo Iinit oroqnissie., Par. 1873; A. Bastian, Afrikanische Reisen,Brem. 1859; Koner, Der Antheil der Deutschenan der Entdeckung u. Erforschung A-s, Zeitschr.der Berl. Ges. f. Erdk., 8. Bd., 5. Heft, 1873;hierzu Karte von H. Kiepert; Fricdr. Körner,S-A., Natur- und Cnlturbilder, Leipzig 1873.Pcricr, Des raess äitss Herberes et äs lenrstbnvAönie, Par. 1873; Schweinfurth, Völker-skizze aus dem Gebiete des Bahr el Ghasal, dieNjamnjam, Globus XXIII. 1873; RohlfS, Landund Volk in A., Bremen 1870; Derselbe, überMenschenhandel in A., Ausland 1873, Nr. 5;Fritsch, Die Eingeborenen in S-A., Berl. 1872;Oberländer, West-A., Leipzig 1873; H. Barth,Reisen- und Entdeckungen in N- u. Central-A.,Gotha 1859, 5 Bde.; K. Andree, Forschungs-reisen in Arabien u. O-A., Jena 1861; v. Hcuglin,Reisen in NO-A., Gotha 1857; v. d. Decken,Reisen in Ost-A., Leipz.1859—70; W.Munzingcr,Ostafrikanischc Studien, Schasfh. 1864; Rohlfs,Ouer durch A., Lpz. 1874, 2 Thle.; H. v. Barth,Ostasrika vom Limpopo bis zum S'omalilande,