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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Afrika (Flora u. Fauna).

w. die Küstenstriche von Abessinien; im TieflandeScnegambicns, wo am Senegal die heißen Windevon der Sahara her fast während 8 Monatenlochen, hat man im Schatten 2429", in derSonne 4452" R., u. in einigen Gcbirgsstrichenverzeichnen die Nächte sogar eine Temperatur von25» R.; die Regenzeit gilt dort für die heißeste,die Luft wirkt beängstigend wie in einem Dampf-bads, und während dieser Zeit treten Fieber u.Typhus hänsig auf. In den Küstenländern u.Niederungen Abessiniens herrscht während einesgroßen Theils des -Jahres eine erstickend heißeLust, besonders in den engen Thälern; zu Massanain der Samhara beträgt mittlere Temperatur-30,,», steigt aber im Juli bis 63" u. inTadschurraselbst bis 60". Die Tcmpcratnrdisfercnzen zwischenden Tageszeiten sind in manchen Gegenden A-süberraschend groß; Vogel fand in der Oase Bilma(zwischen Fezzan und Sudan) am Morgen 8°u. am Nachmittag 44». Die Abkühlungen derAtmosphäre gehen übrigens hier während derMegenzeit Nachts nicht selten unter den Gefrier-punkt. Schnee trifft man, wenn auch vorüber-gehend, am nördlichen Rande der Sahara. DerGebirgsländcr, in denen zufolge ihrer Höhe im-mer im Winter Schnee füllt, gibt es mehrere,doch reichen in die Region des ewigen Schneesnur die Gipfel, wie der Kenia n. Kilima Ndscharo.Obwohl das Klima A-s für die Europäer meistverderblich ist, so hat der Erdtheil doch auchGegenden, welche wegen ihresheilsamen Klimas»von Ärzten zum Kurgcbranch empfohlen werden.Nach dem Caplande nbcrsiedeln jedes Jahr zahl-reiche Briten, um ihre in Ostindien geschwächteGesundheit wieder anfzurichten; der Sommer be-ginnt hier im Sevtcmbcr, während desselben wehtvorherrschend SOWind, der seiner reinigendenWirkung wegen der Doctor genannt wird. InCapstadt selbst steigt das Thermometer selten biszu 32», die Schwankungen der Temperatur be-wegen sich zwischen k7» und 26» R. Auch dasKlima von Kairo, das von seltener Milde, Heiter-keit u. Regelmäßigkeit ist, ist in neuester Zeit alsWintcraufcnthalt empfohlen n. berühmt geworden.

§. Die Flora u. Fauna A-s zerfällt in 7Vegetationsgebiete u. in 6 mit diesen größtenthcilszusammenfallendc Thicrreiche. Gemeinsame Ge-biete der Flora u. Fauna sind: das Mittelmecr-gebiet, das Wüstengcbiet, das Gebiet des Cap-landcS u. Madagascar mit seinen Nachbarinseln;dagegen bilden die atlantischen zu A. gehörendenInseln, sowie die nördl. vom Capland liegendeKalahariwüstc je ein besonderes Vcgctationsgcbict,während sic sich hinsichtlich ihrer Thierwelt, ersteredem Mittclmcergcbiete, letztere dem westafrikani-schen Thierreiche anschlicßen. Den Rest des Erd-thcils bildet ein Vegetationsgebiet, das sudanische,zerfällt aber in 2 Thicrreiche, das westafrikanischeund das hochafrikanische. Das Mittelmcer-gebiet umfaßt nur einen schmalen Küslcnsaumdes Mittelmeeres. Seine Vegetation wird be-dingt durch die Regenlosigkeit des Sommers u.die Milde des Winters: hier entwickeln sich diePflanzen also während des Frühlings, verharrenim Verlauf der trockenen Periode im Stillstandu. beleben sich unter dem Einfluß der Herbstregcn

won Neuem. Dieser Charakter erklärt sich ausder gebirgigen SGrenze, aus der Nähe der Saharam. dem Einfluß des Mittelmeeres. Der Ölbaum^ist ein besonders charakteristischer Repräsentantdes Gebietes; zu unseren Cerealien gesellen sichnoch Mais, Hirse, Reis; dazu Maulbeerbäume,Wassermelonen, Orangen, Feigen, die Baumwoll-pflanze, Dattelpalme, Zuckerrohr, Pisang undBatate. Freilich sind manche dieser Culturpflan-zcn, ebenso wie die ursprünglich in Westindicneinheimischen Feigcnarten (Opuntia), die Agareu. Aloe, nur durch Cnltur in diesem Gebiete ver-breitet. Eigenthümlich ist der Reichthum an im-mergrünen Holzgcwächsen: Lorbeer, Myrte, Olean-der, Olive, Eiche re., sowie an Dornsträuchern.Letztere bedecken oft, mit Ausschluß fast jederanderen Vegetation, die weitesten Strecken, diesogenannten Maquis. Von Thiercn erscheinenHyäne, Löwe, Leopard n. Gepard. Die Familieder Katzen nimmt nach S. hin zu. Fuchs nochvorhanden, Wolf fehlt. Rcnnmäuse und einigeSpringmäuse treten auf. Das wilde Kaninchenhat hier seine eigentliche Heimath; ihm gesellt sichdas Stachelschwein zu. Der Damhirsch kommtnoch vor, aber Edelhirsch n. Reh fehlen n. wer-den durch Antilopen, welche in Hochafrika ihrMaximum erreichen, ersetzt. Geier sind ziemlichzahlreich, namentlich an Individuen. An Stelleder großen nordischen Eulen treten kleine. Zweikleinere Trappen u. Sandhühner (Lteroolss) sindhier heimisch. Unter den Schwimm- und Wat-vögeln erscheinen Flamingo, Löffelreihcr, Tanta-lus, Ibis, Pelikan, der gekrönte und numidischeKranich; in den Ebenen des westlichen A. auchder Strauß. Reptilien, darunter der Hardun,sind zahlreich, wenig vertreten Lurche u. Süß-wasserfische; letztere sind, wie in Mitteleuropa,vorwiegend dem Karpsengcschlechte ungehörig. DieGliedcrthierc sind sehr zahlreich n. formenreich,u. die heteromeren Käser (Stachelkäfer, Blasen-küfer, schwarzkäfer re.) haben hier ihren Haupt-sitz. Durch letztere schließen sich die atlantischenInseln, namentlich die Canarcn (mit dem Ca-narieuvogel), hier an. Dagegen besitzen die Azo-ren, Madeira u. die Canaren eine durchaus selbst-ständige, von auswärts bereicherte Flora: immer-grüne Strüucher, Waldbäume mit lorbcerartigenBlättern, dazu ansehnliche Farren, Baumhaide,Saftpflauzen, namentlich Euphorbien, endlichDattelpalme u. Tamarisken. Zuckerrohr, hier u.da Wein, Opuntien zur Cochenille-Zucht sindHauptgegcnstand des Anbaues. Die übrigen Re-gionen sind von Lorbccrwald,,, Maquis, Kiefern,Retama (Ginstern) bedeckt. Ähnlich ist es beidem unwirthbarcu (4 der Oberfläche sollen gänz-lich nackt sein) Cap Verde. Auf St. Helena hatdie eingewandcrte europäische Küfer fast alle ein-heimischen Pflanzen verdrängt. Das Wüsten-gebiet ist das Gebiet der fast ungehemmt herr-schenden Passatwinde: Nord-A. in seiner ganzenBreite bis über den 20. Gr. n. Br. hinaus. Mandarf nicht glauben, daß es in diesem Gebiete(Sahara) unermeßliche, absolut vegetationslose Re-gionen gäbe; die Gestaltung der Oberfläche zeigtvielmehr 4 Formationen: die steinigen Flüchender Hammada, die wellenförmigen, mit Flugsand

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