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Afrika (Oberflächengestaltmig — Gewässer).
Tafelberge trägt u. gegen W. sich erhöht; dieseswird schließlich überragt von dem Quathlamba-gebirg oder den Drakcn- auch Drachenbergen, diein ihrem Culminationspnnkte, dem Cathkin Peak,3060 m aufstcigen u. im Winter mit Schnee be-deckt sind. Allmählich gehen dieselben über zurobersten Hochfläche, deren langgcdehnte, wellen-förmige Züge breite Bergrücken tragen u. in denEbenen des Oranje sich flach verlaufen. ImZambesigebicte erheben sich von dem flachenKüstenstriche ans die Mornmbalaberge mitGipfeln von 1200 m und bilden gegen N. einGebirgsland, das eine Höhe von nahezu 2400merreicht. Oberhalb des Zambesi liegt das Berg-land der Batako, und nördl. nnd südl. von dem-selben erheben sich isolirte Gebirgsläuder, vondenen das südliche Matoppogebirg heißt u. biszu 2200 m anssteigt. An dem schmalen Kü-stenrande der Suaheli (Sawahili) streichen mehrereParallelkctten in Südnordrichtung, von denendie Nufnta- n. die Rubehokette mehrere Pässeenthalten; höher als diese, deren erstere imMittel IlOO m mißt, liegt die Nsagarakette,deren höchster Gipfel nach Bnrton 1370 m hat,,während andere Berge dieser Kette über 2000 mhaben sollen. Gegen den Tanganjikasee hin er-streckt sich das Land Unjamucsi (Unia M'wezi),welches 900 in absolute Höhe hat u. der GartenA-s genannt wird. Üstl. „von Unjamuesi, zwi-schen 5° s. Br. und dem Äquator, erstrecken sichmehrere, zwischen Hochebenen liegende Berggrup-pcn, deren höchste Häupter ewigen Schnee tragen,weshalb sie auch im Allgemeinen Schnccbcrge ge-nannt werden; ihre Erforschung verdankt mandem Baron v. d. Decken. Südl. liegt das steile,in den Thälern sehr fruchtbare Bergland Usam-bara, nördl. davon das Dschaggaland, in welchen«sich der Kilima-Ndscharo („der Berg der Größe")6004 m in 2 Gipfeln erhebt; Bar. v. d. Decken!bezeichnet ihn als den Vorposten einer Anzahl!ähnlicher, vielleicht noch höherer Schnccbcrge,!welche sich bis jenseit des Äquators hinzichen.>Alle diese Berge scheinen vulcanisch zu sein; sie!bilden die Wasserscheide zwischen dem See Ukerewe!u. dem Indischen Ocean. Die Westseite Hoch-A-s,welche nirgends einen so ausgeprägten Terrassen-!bau zeigt, wie das Capland, beginnt mit dewKamiesbergen, welche in Kleinnamaqua liegen u.!im Welcomeberg 1562 m erreichen. Während!das Land nördl. von Oranje rasch zu einer Höhe!von 1200 in aufsteigt, reicht das Land der Da-!maras oder das Plateau von Owaherrero bis!zu 1800 m hinauf und trägt n. a. Gipfeln den!Omatakn von 2680 m Höhe. Bon ähnlicher Höhe!wie im N. des Oranje ist das Hochland vonBihe, weiter ini Innern aber findet man die be-trächtlichste Erhebung, n. zwar auf dem Wasser-scheiderücken, der sich hier zwischen den Gebietendes Atlantischen u. Indischen Occans ausdehnt.Bevor man die Savannen der Aschiraneger er-reicht, muß man nach den Forschungen duChaillus im Gebiete nördl. vom Gabanflussc einRandgebirg ersteigen, welches durch seinen Reich-thum an Felsbildnngen n. Katarakten ausgezeichnet,ist. Das zwischen dem Rio Calabar n. Rio Camerun!eingeschlossene Camerunsgebirge, die terra alta!
! amdorw, das Amboser-Hochland der Spanier, ist eine! gewaltige Masse mit gigantischen Piks, deren höch-ster gegen 3300 m mißt; es bildet mit den Jn-> sein des Guineabusens eine Reihe riesiger Basalt».Massen Tie Kcnntniß des für die Gesammt-! Configuration A-s wichtigsten Theils, der äqua-torialen Gegenden, ist noch sehr mangelhaft,wenngleich schon nnverhältnißmäßig große An-strengungen zur Erforschung derselben gemachtwurden. Das im NW. von Hoch°A. liegendeHochland von Oberguinea ist von jenem durchden Niger getrennt und wird im S. von der3440 Lm langen Küste von Nordguinea begrenzt,die in ihren verschiedenen Theilen die NamenSierra-Leona- (d i. Löwingcbirg), Pfeffer- oderMalaguetta-, Zahn- oder Elfenbein-, Gold- undSklavenküste führt; im Westen liegen dem Hoch-lande die Ebenen Senegambicns vor, aus denenes sehr steil aufstcigt, wodurch zahlreiche Kata-rakte der aus ihnen kommenden Flüsse veranlaßtwerden. Im Innern erheben sich terrasscnartigmit dichten Wäldern bedeckte, hohe Gebirge, zudenen der Kong gehört, der meist ans Tafel-bergen besteht und von den Quellen des Nigerbis zu seinem Unterlaufe reicht. Bezüglich derübrigen Abschnitte der Oberflächengestaltung A-svgl.dieÄrt.: Äbcssinien, Ägypten, Atlas, Barkarc.
6. Gewässer. Bis in die neueste Zeit galt A.als wasserarmer Erdtheil; die Forschungen v. Speke,Baker, Burton, H. Barth, E. Vogel, v. Heuglin,K. Manch, G. Rohlfs, Livingstone, Schweinfurthu. A. haben aber das Gegentheil erwiesen, wenn-gleich die Probleme der meisten Ströme u. Seennur zum Theil gelöst sind. Eine der wichtigstenneueren Entdeckungen ist die Ermittelung der großenafrik. Wasserscheide. Sie liegt westl. u. südl. vomTanganjikasee u. wird von einem über 1100 Icnrvon N. nach S. sich erstreckenden Gebirgszuge ge-bildet, den man bis jetzt nur in einigen Theilengesehen hat. Den Änfang des Gebirges fandBaker westl. vom Luta-Nzige in den 3300 mhohen Blauen Bergen, von wo es südwärts durchBaleha streicht, als Kabogo- oder Umbcbe-gebirg (im Durchschnitt 2000 in) im W. desTanganjikasees sich fortsctzt n. zwischen diesem u.dem Nyassasee auf dem 2200 in hohen Plateauvon Lobisa endigt. Die Hauptflüsse A-s zer-fallen in zwei natürliche Gruppen: die einehat ihre Quellen in den Terrassen nnd Gebir-gen von Oberguinea, die zweite in den äquato-rialen Gegenden bis etwa 10° s. Br. u. 40 bis50° ö. L. Der elfteren Gruppe gehören an derSenegal u. der Niger, jener nach W., dieser nachO. sich wendend. Der Senegal gehört eigentlich zuden kleineren afrikanischen Flüssen u. hat nur ge-ringe Bedeutung als Verkehrsstraße. Dagegen istderNiger einer der größten afrikanischen Ströme u.bietet mit seinen Nebenflüssen, namentlich dem ausdem Sudan kommenden u. 1854 u. 1857 durch dieEngländer näher erforschten Benne, eine meh-rere tausend Icm lange schiffbare Wasserstraße.Ursprung u. Oberlauf sind noch nicht genau er-forscht. Zwischen Gaya u. Bnssa durchbricht erdie Gebirge in Stromschnellen; die Seitenarme,welche seine Delta umschließen, beginnen unter5j°, der Hauptarm führt dort den Namen Nun.