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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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St. Affrique -

nachher Mitglied der provisorischen Regierungin Freiburg. Er ging 1802 als Dcputirter nachParis, um bei Berathuug der Mediationsactemitzuwirken, die er am 19. Febr. 1803 aus denHänden des ersten Consuls entgegennahm, u.ward gleichzeitig zum Landammann der Schweiz(Präsidenten der Tagsatzung) für das I. 1803ernannt, eine Würde, die er bis zu seinem Todeinnehatte; er st. 16. Juni 1810. 2) Graf Wil-helm, der Letzte dieses Geschlechtes, starb imFebr. 1860.

St. Affrique, Hauptst. des gleichnamigenArr. des franz. Dep. Avcyron, an der Sorgue;Sitz der Arr.- und Kantonsbehörden, Tribunal2. Instanz, Friedeusgcricht, Handelstribuual,Justizpalast, College de St. Gabriel, katholischeKirche aus dem 12. Jahrh. (von den Templernherrührend), reformirte Kirche; Fabriken in lei-nenen n. wollenen Stoffen und Leder, lebhafterHandel damit und mit Käse (von Roquefort),Weinbau, Gipsbrüche; 7050 Ew. Dabei diekalte Mineralquelle von Nailhausy und mehrereDolmen (Menhirs).

Affront (fr.), Schmach, Beschimpfung.

Affrös (v. Fr.), abscheulich.

Afghanische Sprache, bekannt unter demNamen Pashto oder Pakhto, dessen wahre Be-deutung jedoch noch nicht ermittelt ist, gehört zumgroßen indogermanischen Sprachstamm, ist aberweder ein indischer, noch ein iranischer Dialekt,sondern eine uralte selbstständige Sprache, welchesowol nach der indischen, wie nach der iranischenSeite hin Anknüpfungspunkte bietet, aber einvorwiegend indisches Gepräge hat. Die daringebräuchlichen persischen Worte sind, ebenso wie. ie zahlreichen durch den Islam eingebürgertenrabischen, importirtes Element, dessen Aufnahmesich bis zu einem gewissen Grade als nothwendigerwies, sobald die Afghanen aufingcn, ihre ur-sprünglich arme n. rauhe Gcbirgssprache unterarabischem n. persischem Einflüsse zu cultivireu.Die alten, ächten Pashto-Wörtcr sind nichtsdesto-weniger überall leicht kenntlich, obschon die Vor-liebe für ircnideS Element so groß geworden ist,daß in einem Satze oft nur das Verbum reinPashio geblieben ist, alle anderen Worte dagegenaus dem Persischen oder Arabischen entlehnt sind.Es gibt einen westlichen n. einen östlichen Pashto-!Dialekt, die sich namentlich auch durch vcrschie-!dene Aussprache unterscheiden. Die Schrift derAfghanen ist arabisch-persischen Ursprunges, wiebei den meisten arideren zum Islam bekehrtenVölkern Asiens. Da aber das arab. Cousonantcn-u. Bocalsystem fürdic iranischen Sprachen gar nichtpaßt, so mußten die arab. Schristzcichen auf cigcu-thümliche Weise verändert u. vermehrt werden.Charakteristisch für das Pashto-Alphabct ist dasgänzliche Fehlen der aspirirten Mitlaute in Über-einstimmung mit der iranischen Sprache, fernerdie Beibehaltung der vollen Reihe der Cerebralen,wodurch es sich wieder enger an die neueren ind.Sprachen cmschlicßt; ja, es hat sogar einen cere-bralen Sibilanten bewahrt, der im alten Pali u. imPrakrit u. in den neueren daraus abgeleiteten ind.Dialekten schon längst verschwunden ist. Auchhaben die Afghanen einen eigenthümlichen tiefen

Afghanistan.

l Kehllaut, dem sie denselben tiefen Druck in derKehle geben, wie die Schweizer bei der Aus-sprache von Worten, wie Küche, Flucht re., undein Lieblingslaut des Pashto ist 1 geworden, dasfür viele Dentale substituirt und am häufigstenfür n gebraucht wird. Die Literatur derAfghanen beschränkt sich ans einige Volkslieder.Die 1818 zu Scrampore erschienene Übersetzungdes N. Test, rührt von Missionären her. DieKenntnis) des Pashio beginnt erst zu Anfangunseres Jahrh., und zwar durch den deutschenGelehrten Jul. v. Klaproth, Über die Spracheu. den Ursprung der Afghanen. Nach ihm habensich Elphinstone (in dessen Kabool, worin 200Pashto-Wörtcr), Fr. Willen, Abhandlungen derBerl. Akad. v. I. 1870, u. Ewald, Zeitschriftfür die Kunde des Morgenlandes, Bd. Ü., 1839,mit dieser Sprache beschäftigt. Ümfassender sindjedoch die Arbeiten von Dorn, Raverty undBellew (Grammatiken, Texte, Glossar), wodurchcs möglich wurde, diese Sprache in ihrem ganzenUmfange in die europäische Wissenschaft einzu-führen und einer tief eindringcnden linguisti-schen Behandlung zu unterwerfen, wozu schondurch Fr. Müller (Sitzungsberichte der WienerAkad., 1862, 63, 67), namentlich aber durchTrumpp (Zeitschr.d.Deutsch-morgenländ.Gescllsch.,Bd. 21 u. 23) der Anfang gemacht worden ist.Letzterer gab auch im I. 1873 eine ausführlichePashto-Grammatik heraus: drammsr ot' tboÜaslitu or lanZus-As ok blrs London

u. Tüb.

Afghanistan, Land in Asien, der östl. Theildes Plateaus von Iran, daher auch OPersicn,OJran, nach seiner Hauptprov. auch Kabulistan,von den Eingeborenen Pashtunkha genannt.I. Geographie: A. (wörtlich Land der Afgha-nen), zwischen 29° u. 85° n. Br. n. 61" n. 74"ö. L. v. Greenw., wird begrenzt im N. vonTurkestau, in: O. von dem brit. OJndicn, imS. von Bclutschistan, im W. von Persien. Durchden neuesten cngl.-russ. Vertrag ist die nördlichepolitische Grenze bis an den Oxus ausgedehntworden. Das Land, dessen natürliche Größe, diedurch diese Erweiterung jetzt gesteigert ist, auf715,900 (Ijicm ( 18 , 000 , n. A. 19,000 dM) ge-schätzt wird, ist ein nach W., wo die Wüste esivon Persien scheidet, abfallendes Gebirgsland,

! durchzogen von hohen, bis zur Grenze des ewigenSchnees sich erhebenden Bergen, mit baumlosen,unbewohnten Tafelländern u. fruchtbaren Thälernund Schluchten. Im N. bildet eine natürlicheScheidewand die westliche Fortsetzung des Hi-malaja, der Hindukoh mit der höchsten Erhebungim Kohibaba (4600 m), an den sich nach Persienzu die niedrigeren, aber rauhen u. unwegsamenHöhenzüge des Paropanisus (Paropamisüs) an-schließen. Anderseits durchziehen als Grenze imO. von N. nach S. mehrere Gebirgszüge dasLand; unter ihnen der bedeutendste die Sulai-niankette mit dem höchsten Gipfel Takht-i-Sulai-man (zwischen 3 n. 3500 m geschätzt), an die sichim S. das Khurleki-Gebirge, die Brahu- u. Hals-kette anreihen. Den südwestlichen Theil desLandes bildet eine öde Sandwüste. Bis zumAusgang des Mittelalters war A., wie der ein-

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