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Abenddämmerung
bildete sich zuerst in Paris eine A., die aber vomStaate wieder unterdrückt wurde. In Wien da-gegen erlaubte man gesetzlich eine A., in Berlinfindet eine solche täglich an einer der belebtestenStraßenecken statt. Vergl. I. H. Parth, DasA-B-C des Börsenwescns, Graz 1878.
Abenddämmerung, s. Dämmerung.
Abcndfalk, Rothfußfalk, I^leo rätst,esL'ec/tÄ., Raubvogel, 25—30 ein groß. AlteMännchen bis aus die rostrothcn Hosen u. Untcr-schwanzdecken schwärzlich, ans den Flügeln schiefer-grau. Alte Weibchen nnten zart rostfarben mitHeller Kehle, oben schiefergran mit schwarzenQnerslcckcn n. ans dem Schwänze ebensolche Bän-derung. Hänfig in Ungarn, gemein in Rußland,kommt zuweilen nach Deutschland herüber.
Abendfaltcr, s. Schwärmer.
Aüendgottesdienst, s. Vespern. Vigilien.
Abendland (Occident), im Gegensätze zu Mor-genland (Orient), nannte man z.Z.der römischenWeltherrschaft, da man Rom als den Mittelpunktder Erde annahm, im Allgem. die von Rom wcstl.,nach Sonnenuntergang hin, gelegenen Länder.3!>5 n. Ehr. theilte Kaiser Thcodosius das Rö-mischeReich in das Abendländische (WRöm.)u. dasMorgenländische (ORöm.) Kaiscrthum für seinebeiden Söhne Honorius u. Arcadius. Die Grenzewar im Ganzen das Jonische Meer und eine vondessen nördlichem Ende ziemlich gerade weiter nachN. gezogene Linie, die im jetzigen Ungarn mit derDonau zusammenfiel. Diese Namen behieltenauch nach dem Untergänge des AbendländischenReiches 476 durch germanische Eroberer ihreBedeutung, namentlich auch durch dieTrennung derKirche in eine abendländische (röm.-katholische) u.eine morgcnländische (gricch.-katholische). In demKampfe des Christenthums gegen den ans Asien inEuropa eindringenden Islam, bes. indcnKrcuz-zügcn, verstand man unter A. alleLänder westl. vonder Türkei, also das ganze christliche Europa,im Gegensätze zu dem Orient, nämlich der Türkei,Griechenland, Kleinasicn, Ägypten. Unter abend-ländischer Cultnr versteht man jetzt die auf dieelastische Cultnr Griechenlands und Roms ge-gründete christliche Bildung der germanischenu. romanischen Völker, u. beschränkt den AusdruckA. gewöhnlich auf Italien, Deutschland, Frank-reich, Großbritannien, die Pyrenäische u. Skan-dinavische Halbinsel. Neuere abendländische Spra-chen u. Literaturen sind im Gegensätze zu den alt-classischcn wie zu den orientalischen diejenigender Völker des mittleren u. westlichen Europa.
Abendländisches Kaiserthum, (s. Abend-
Abendländische Kirche, / laud.
Abendmahl, auch das heilige A. od. Nacht-mahl, Mahl oder Tisch des Herrn, gr.Eucharistie (Danksagung), lat. Communion(Gemeinschaft der Gläubigen), Sacrament desAltars, ist ein gottesdienstlicher, zu den Sa-cramcntcn gehörender christlicher Brauch, gestiftetvon Christus unter dem Passahmahl am Abendvor seiner Kreuzigung, zur förmlichen u. feierlichenStiftung einer neuen Bundcsgemeiuschaft an derStelle des alten Bundes. Die ncutestamentlichenBerichte stehen in den Ev. Matth. 26, 20—29,Marc. 14, 17—25, Luc. 22, 14—88 (auffallen-
; — Abendmahl.
derweise bei Johannes nicht) u. bei Paulus 1.Kor. 10, 16—2l. 11, 28—29. Im Angesichtseines Todes wird Jcsn das gebrochene Brodin seiner Hand zum Sinnbilde seines eigenenLeibes, welcher nun gewaltsam werde zerbrochenwerden; der Wein im Becher ein Sinnbild desBlutes, das er selbst vergießen wird. Dies Blutbezeichnet er als Bundesblut u. als vergossenfür die Verbündeten zur Vergebung ihrer Sün-den, womit er ankündigt, daß mit seinem Tode einneuer Bund Solcher, die Frieden mit Gott u.unter einander babcn, als gestiftet zu betrachtensei. Diese Bedeutung seines Todes sollen dieJünger, Brod u. Wein genießend, sittlich sich nn-eigncn, in der durch ihn gestifteten Gemeinschaft,mit Gott, mit Jesu u. unter einander sich heiligenn. stärken. Daß Jesus hiermit ein dauerndesGcdächtnißmahl für seine Gemeinde stiften wollte,bezeugt die Thatsache der regelmäßigen Feier dessel-ben im apostolischen Zeitalter (1. Kor. 10 u. 11,Apostelgesch. 2,42). Am Schluß der Liebesmahle(Agapen, s. d.) fand Austhcilung des Brodes u.Darreichung des Kelches mit einem Segensspruch,wahrscheinlich durch einen Ältesten, statt, nach Apo-stelgesch. 20, 7 vielleicht au jedem Sonntag. DieWirklichkeit des Lebens zwang bald zur Sonder-ung der A-sfeier von den Liebesmahlen, u. alsman anfing, das A. an die Stelle der heidnischenMysterien oder Geheimculte zu setzen, kam die buch-stäbliche Auffassung der Einsetzungsworte: Das istmein Leib, mein Blut, u. die Geltung des A-snicht blos als des kräftigsten Mittels zur För-derung des christlichen Lebens, sondern auch alseines Heilmittels gegen den Tod, weiterhin alseines Opfers, eines Lob- u. Dankopfcrs, wie einesBittopfers für die Verstorbenen rasch in Auf-nahme. Die Ansicht des Justinus Martyr(st.165)u. des Jrenäns (st. 202), wonach zu Brod u.Wein etwas Höheres, zu dem Irdischen etwasHimmlisches hinzutrcte, gab den Anstoß zu derweiteren Vorstellung, daß durch einen der Mensch-werdung entsprechenden Vorgang Brod u. Weinzu Leib u. Blut des Gottnienschen werde, u. führtedamit zu der späteren Transsubstantiationslchre.Cyprian (st. 258) ist der Erste, welcher es auchals Darstellung des Opfers Christi aussaßt, wobeider Priester an Christi Stelle dasselbe thue, wasChristus selbst gethan; in der griechischen Kircheredet Gregor v. Nhssa (st. um 390) zuerst vonder Verwandlung des Brodes in den Leib desLogos durch den Act der Cvnsccration (Weihung).Wie Johannes von Damascus (st. 760) für diegriechische, so fixirte dann Paschasius Radbertusum 840 in der römischen Kirche die noch schwan-kende Lehrweise dahin, daß in der Consecrationregelmäßig ein Wunder der Allmacht, eine neueSchöpfung, nämlich die substantielle (wesentliche)Verwandlung des Brodes u. Weines in den Leibu. das Blut Christi geschehe. Der schroffe Ausdruckrief den sogen, ersten Abendmahlsstreit her-vor: Ratramnus trat für die rationell-symbolischeAnsicht ein, daß der Leib u. das Blut Christi imSacramcnt nur mystisch u. figürlich, als Gegen-stand des Glaubens sein können. Die wundersüchtige -Zeit begünstigte natürlich den Sieg des materiellstenBegriffes der Verwandlung; Berengar v. Tours,.