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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Abel — Abcll.

führte. Seine 10jährige Amtsführung wirdbcs. bezeichnet durch Censurverordnungen, derenStrenge hauptsächlich gegen die unabhängigenu. protestantischen Blätter geübt wurde; durchdas Verbot der liberalen auswärtigen Zeitungen;die Verpflichtung, welche die protestantischenSoldaten beim Militärgottesdienstc, beidenFron-leichnamsprocessionen nicderzuknieen zwang; durchdie Einführung eines Studienplans, welcher einenstarren Mechanismus auf den Universitäten ein-führte; die Begünstigung der neuen Nieder-lassungen der Jesuiten; endlich durch die Zurück-weisung der Anträge, die auf Reform der Ge-setzgebung ausgingcn. —Was wederdieOppositivndes Landtages, noch die Unzufriedenheit des Landeserreichen konnte, ward endlich durch die Neigungdes Königs für die spanische Tänzerin Lola Montezbewirkt. Der König machte der durch dies Ver-hältnis) aufgeregten Stimmung des Landes einigeliberale Zugeständnisse; das Ministerium sahseine Stellung gefährdet u. schloß sich der Stim-mung des Landes an, indem es am 8. Februar1847 die vom König gewünschte Jndigenats-erklärnng für Lola Montez verweigerte und ineinem Memorandum vom 11. Febr. an denKönig um die Entlassung einkam. Dieselbewurde am 13. Febr. angenommen. A. wurdezuni Gesandten in Turin ernannt, kehrte aber,als diese Lcgation 1848 aufgehoben wurde, nachBayern zurück. Er kam 1ÄÄ durch die Unter-stützung der Ultrnmontanen wieder in die ZweiteKammer, konnte jedoch keinen Einfluß gewinnenund zog sich vom politischen Schauplatze zurück.Seitdem andauernder Kränklichkeit verfallen, st.er in München 3. Scptbr. 1859. 6) NielsHenrik, berühmter norwegischer Mathematiker,geb. 5. Aug. 1802 in Findö im Stift Christian-sand, stndirtczuChristianiaMathematik. Er erhieltvon der norwegischen Regierung Unterstützung zueiner Reise ins Ausland (1825—27) u. wardnach seiner Rückkehr Docent an der Universitätu. Ingenieurschule in Christiania; st. 6. April1829 auf dem Eisenwerke Froland bei Arendalin Norwegen. Er schrieb u. a., meist franz. ver-faßten Werken: Llemoirss mir los ögnationsslMbriguos, Christ. 1824 (in dieser Schriftwird der Nachweis geführt, daß die Lösung derallgemeinen Gleichung vom 5. Grade unmög-lich ist); 8nr guslgnos proprietos Asnsraisscl'uuo certains sorts äs tonet, transeenäantos(der Pariser Akademie 1826 übersandt und nachA-s Tode, 1830, von derselben mit einem Preisegekrönt; in dieser Schrift ist eine Untersuchungeiner Klasse transcendenter Functionen enthalten,welche nach A. Ab elsche Functionen genanntwerdcn;vgl. darüber Weierstraß,Theorie der A-schenFunctionen, Bert. 1856); Osuvres oomxl., heraus-gegebcn von Holmboe, Christ. 1840, 2 Bände.7) H. F. Otto, deutscher Schriftsteller, Enkel Jak.Friedrichs, geboren 22. Januar 1824 zu KlosterReichenbach im württembergischen Schwarzwalde,studirte in Tübingen, wo er bald wegen Teil-nahme an der Burschenschaft das oonsilinmabonnäi erhielt, dann in Jena, Heidelberg, Bonnund Berlin, und trat früh in Verkehr mitSchlosser, Dahlmann, Ranke, den Gebr. Grimm rc.

Nach der Märzrevolution zog ihn Arnim in daspreußische Ministerium des Auswärtigen u. gabihn der Gesandtschaft bei der Centralgewalt inFrankfurt bei; 1850 nahm er seine Entlassung,habilitirtc sich 1851 als Docent der Geschichtein Bonn, st. aber, ein vielversprechendes Talent,schon 1854 in seiner Heimath. Hauptschriftenaußer mehreren Editionen in Llonum. 6orm.vom. X.: Makedonien vor König Philipp,Leipz. 1847; Das neue Deutsche Reich und seinKaiser, Berl. 1848; König Philipp der Hohen-staufe, Berl. 1852; Die deutschen Personennamen,Berl. 1853. Ans s. Nachlaß: Theodat, Königder Ostgothen, Stuttg. 1855; Die Legende vomh. Joh. von Nepomuk, Berl. 1855; Kaiser OttoIV. und König Friedrich II. Berl. 1856.

Abel, 1) Mehol a, Vaterstadt des ProphetenElisa in Samaria. 2)Haschittim od. Sittim,die Stadt in Amonitis (Palästina), von woJosua Jericho auskundschaftete.

Abel de Pujol, Alexandre Denis, Hi-storienmaler, geb. zu Balencicnnes 1787, st. zuParis 29. Sept. 1861, Schüler Davids, von1811—16 in Rom, erhielt 1814 für seinen Toddes Britanniens die Medaille erster Klasse, wid-mete sich unter den Bourbonen der religiösenKunst und ward noch 1855 ausgezeichnet. Be-sonders gelangen ihm die Grisaillcs im Louvreund der Pariser Börse, grau in grau gemalteNachahmungen von Reliefs.

Aüeliancr, Abcliten od. Abelonier, christ-liche Secte des 4. Jahrh. in Nordafrika, bes. unterden Landbewohnern in der Gegend von Hippo,welche, um die Erbsünde nicht zu verbreiten, zwarin der Ehe, aber ohne Gcschlechtsgemeinschaftlebte und sich und ihre Grundsätze durch An-nahme fremder Kinder fortpflanzte, vorgeblichnach dem Muster Abels, von dem keine Kinderin der Bibel erwähnt werden. Die A. waren schon,als Augustin von ihnen schrieb, zur Kirche zurück-gekehrt.

Abclin, Joh. Philipp, Geschichtschreiber,geb. zu Straßburg, st. das. 1646. Er sehr, unterdem Namen Joh. Ludwig Gottfried oder.Gothofrcdus eine Menge geschichtlicher, chro-nikenartiger, mit trefflichen Kupferstichen illustrirterWerke, die noch jetzt als Quellen Werth haben. Dasbekannte 1'llsatrnm Unropasnm oder: Wahr-hafte Beschreibung der Geschichten, die sich 1618bis 1718 ereignet, wurde von ihm begründet, den1. Bd. schrieb er allein, die weiteren mit Bei-hilfe von Schieber, Oräus u. A-, die das Werkbis auf 21 Bde. Fol., Franks, a. M. 1635—1736,fortsetzten. Ferner verfaßte er den 17. u. 18. Bd.eines ähnlichen Werkes: Gotthard Arthus, Nsr-enrius (lallo-LslAiens, eine XrollontoloAiea oos-miea, Historische Chronica, eine lange beliebteUniversalgeschichte, Listoria aubipoänm, Schilder-ung von Schweden, Gesch. Indiens u. a.; eineErklärung der Metamorphosen Ovids mit zahl-reichen Kupferstichen von Jan Dirck de Bry,Franks, a. M. 1619.

Abeliten, s. Abelianer u. Abelsorden.

Abcll, John, englischer Tonkünstler, Altsängeru. Lautenspieler des 17. u. Anfang des 18. Jahrh.Er stand schon als Mitglied der Kapelle König