XXVI.
Zur (!) wahren Emanzipation der Schullehrer.
„Gieb ihnen, was sie bedürfen — nicht, was sie loben."
„Es will der Feind, es darf der Freund nicht schonen." —„Was heißt zärtlicher Tadel? Der deine Schwäche verschonet?Nein — der deinen Begriff von dem Vollkommenen stärkt." —
Schiller.
Nach Goethe sind die meisten und zwar die besten GedichteGelegenheitsgedichte; eine bestimmte Veranlassung, eine Begeben-heit, ein Erlebnis, ein Situation bringt den Anlaß zur poetischenStimnmng des Dichters und ihrer Äußerung. Eine reale Wahr-heit liegt ihnen zu Grund, es sind keine Erfindungen, noch wenigerEinfälle, sondern Werke. Sie spiegeln das wirkliche Leben desDichters. Indem er andere malt oder skizziert, malt oder skizzierter, was er äußerlich und innerlich erlebt hat.
In ähnlicher Weise pflegen auch die meisten Aufsätze zuentstehen. Waren auch die Gedanken und Ansichten, die er ent-hält, früher schon in dem Geiste ihres Verfassers, ein Begegnisveranlaßte ihre Zusammenstellung und Veröffentlichung. LebendigeGedichte sind Gelegenheitsgedichte, wirkei:de Aufsätze sindZeits chriften.
Also verhält es sich wenigstens mit dem, den ich jetzt zuschreiben vorhabe. Ob er ein zeitgemäßes, auf Bewegungen inder Gegenwart hinzielendes Wort enthält, ob er geschrieben und