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1 (1890)
Entstehung
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ganzen und großen, das Begreifen ihrer Erscheinungen, dasWissen um ihre Thatsachen und Gesetze ist ein wesentlichesStück jeder wahren Bildung. Denkt euch einen Mann,mit der staunenswertesten Gelehrsamkeit versehen, mit dem um-fassendsten Wissen auf den Gebieten der Sprachen, der Geschichteder Völker, der Religionen u. s. w., ohne Sinn für Naturver-hältnisse und ohne Kenntnis derselben: es fehlt ihm ein wesent-liches Stück; besonders in dieser Zeit, die so tief eingedrungenist in ihre Gesetze, die früher zu den Geheimnissen gehörten.Darum bedarf es keines weiteren Beweises, daß auch der Lehrerweder gebildet werden könne noch dürfe ohne die Anleitung zurNatnrkenutnis, und daß seine Fortbildung es erheische, daß ersich mit der Natur fort und fort beschäftige, sich teilhaftig macheder Forschungen anderer und selbst forsche. Denn man hatnicht, versteht nicht, woran man sich nicht beteiligt, wo man sichnicht selbstthätig zeigt. Gilt dies von allen Lehrern ohne Aus-nahme, von dem Hochschullehrer bis zum Dorfschullehrer (dieTheologen, die doch auch Lehrer sind, schließen sich in der Regelnicht ohne die empfindlichsten, leider noch wenig begriffenen Nach-teile, von dem Naturstudium aus), so gilt es vom Volks-schullehrer in besonderem Maße, von dem Land-schullehrer im höchsten Grade. Des Schullehrers Auf-gabe ist es, die Elemente aller Hauptbildungsmittel der Mensch-heit an die Kinder zu bringen; wie dürfte unter ihnen die Naturfehlen? Der Mensch hat den Beruf, in den Verhältnissen undUmgebungen, in welche die Vorsehung ihn gestellt hat, zu wirkenzu seinem und anderer Besten; die meisten haben es mit der Be-arbeitung der Natur zu thun, unmittelbar und praktisch, allewerden von ihr berührt, alle sollen sie verstehen. Wie wäreirgend eine vielseitige Bildung, die Grundlegung zu irgend einerArt vielseitiger Bildung möglich, ohne Naturkeuntuis? Willman einen der Hauptgründe der Einseitigkeit, der Verirrungen,- der Verschrobenheit kennen lernen, so muß man die Entfernungvon der Natur, die Ertötung des Natursinnes, den Mangel allerKenntnis der natürlichen Erscheinungen und ihrer Gesetze nennen.Auch die besondere Spezies der Verschrobenheit, die Schul-