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1 (1890)
Entstehung
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die glücklichsten Umstände so die Entwickelung noch in Ansichtenund selbständiger Lebensgestaltung erreicht. Aber wir sind auf deinWege dahin. Was die ganz moderne Zeit erstrebt, was derheutige Tag Hervorbringen will: er besaß es schon zum Teil inMacht und Kraft. Und sein Vertrauen zur Natur hat sich schonTausenden von Menschen* mitgeteilt. In tausend Erscheinungenliegen die Thatsachen vor jedermanns Augen. Der objektivenNaturforschung verdanken wir wunderbare, ungeahnte Fortschrittein Wissenschaft und Technik, und in Luft und Wasser habenNaturmenschen Heilkräfte entdeckt, die man sonst in Apothekensuchte. Alles kraft und infolge des wiedererstandenen Vertrauenszur Natur und den: in ihr waltenden Gott. Vom Äußeren ge-schieht der Fortschritt zum Innern. Hier herrschen unter uns nochdie verschiedensten Ansichten, der erbittertste Kampf. Der Gott in

* Verhältnismäßig noch wenig Lehrern. Unter ihnen giebt es noch nichtviele, die an den Gegenständen als solchen Freude haben, die sich ihnenhinzugeben, mit ihnen zu leben, sie im reinen und reinigenden Sinne anzu-schauen und zu denken vermögen. Die Ursachen liegen offen vor dem Auge:fast ausschließliche Herrschaft des Wortes in der Jugendbildung, in derSchule, Aufnehmen unverstandner, unverständlicher Begriffe, Unterdrückungdes Vertrauens zu selbsteignem Sehen und Denken, Mißtrauen gegen denVerstand, sogar gegen die Vernunft, Unkenntnis der Natur, der äußeren wie derinneren u. s. w. u. s. w. wie kann bei dieser absoluten Herrschaft desAbgeleiteten, oft absolut Toten das Ursprüngliche, Originals im Menschenaufkommen? Sieht sieht? nein, sondern wähnet man ja darindie Quelle des Bösen! Solange diese Ansichten grassieren, ist an einenatürliche, freie und befreiende Erziehung nicht zu denken, nicht an einheiteres, farbiges Dasein im großen und ganzen. Wo Leben, organischesNaturleben ist, erzeugt die Natur, wenigstens in unfern Regionen, Farbenund Licht. Weiß und rot sind die Leibfarben, grün und rot die reinenKinder des Frühlings und Sommers, blau der Himmel, weih der Schnee,golden die Sonne. Wir bedecken, selbst an festlichen Tagen mit Schwarzden Leib, verehren das Schwarze, den Mangel des Lichts und der Farben. DasAuge des natürlichen, gottvollen Kindes dagegen sucht das Licht, den Mondund die Sterne, und sein Dasein ist heiter und rein. Die Natur Gottesveredelt und reinigt; denn sie ist wahr im Schein und im Kern, weil sieNatur ist und Original. Ohne Freude an der Natur, ohne Hingebung ansie, ohne Natur ist keine wahre Bildung denkbar. In diesem Sinne sprachdie Bettine das paradox klingende, aber tief wahre Wort:Es giebtnichts Witzloseres unter der Sonne als ein gebildeter (gemachter) Mensch."