Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
352
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und in den gesellschaftlichen Zuständen. Daher die Wahrheit undUnmittelbarkeit seiner objektiven Darstellungen.

Ich belege die Wahrheit dieser und der folgenden Ansichten,wenn auch fast zum Überfluß, durch selbsteigene Worte Goethes.

k.Was ich nicht erlernet habe,

Das.Hab' ich erwandert."

2.Ich bin gesund und streife was ehrliches in Thüringenherum und kenne schon einen braven Fleck davon. Das machtmir Spaß, ein Land so auswendig zu lernen."

3.Mag man zu Gunsten einer schriftlichen und mündlichenÜberlieferung sagen, was man will, in den wenigsten Fällen istsie hinreichend; denn den eigentlichen Charakter eines Wesenskann sie doch nicht Mitteilen, selbst nicht in geistigen Dingen.Hat man aber erst einen sichern Blick gethan, dann mag mangern lesen und hören; denn das schließt sich an den lebendigenEindruck an, nun kann man denken und urteilen. Ihr habt michoft ansgespottet und zurückziehen wollen, wenn ich Steine, Kräuter,Tiere mit besonderer Neigung aus gewissen entschiedenen Gesichts-punkten betrachtete: nun richte ich meine Aufmerksamkeit aufden Baumeister, Bildhauer und Maler, und werde michauch hier finden lernen."

4.Eine entschiedene Übung des Auges ist nötig, undman muß erst lernen, um fragen zu können."Ichhalte die Augen immer offen und drücke mir die Gegenständerecht ein. Urteilen möchte ich gar nicht, wenn es nur möglichwäre."

5.In der Kunst muß ich es so weit bringen, daß allesan schauen de Kenntnis werde, nichts Tradition undName bleibe. Was Überlieferung für ein schlechtes Ding fei,mußte ich wieder bemerken."

6.Nichts wirkt mehr dunkel durch den dritten nnd vierten,sondern hell und gerade auf mich. Ich habe nun anschau-liche Begriffe fast von allen notwendigen Dingen und Verhält-nissen."

7.Nun bin ich hier und ruhig" schreibt er aus Romund, wie es scheint auf mein ganzes Leben beruhigt. Denn es