Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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Viertens Beziehung der Ideen, der allgemeinen höchstenVorstellungen auf ursprünglich aufgefaßte, umnittelbar erlebte,anschauliche.

Kurz, Basierung aller Reflexion und Spekulation durchwirkliches Leben und Empirie, nicht umgekehrt, und Verdeut-lichung jener durch diese.

Nach meiner Auffassung enthält das didaktische Prinzip derVeranschaulichung der Unterrichtsgegenstände dieses vierfache,nicht mehr und nicht weniger, und giebt in dieser Mannig-faltigkeit und Einheit den Kanon ab für jeden naturgemäßen,geistbildendcn Unterricht.

Goethe hat ihn uns vorgelebt.

Er wollte überall selbstsehen und selbsthören. SeineNatur (er war keine abgeleitete, sondern eine ursprüngliche Natur)zwang ihn dazu. Mineralogie, Botanik und Zoologie studierte ernicht in Lehrbüchern, sondern in der Natur, nicht in Kabinetten,Herbarien und Museen, sondern in den Gebirgen und Schachten,auf Wiesen und in Wäldern, am lebenden Körper, selbst ausAngern. Ihn verdroß keine Mühe, keine Anstrengung. Was ernicht mit den eigenen Augen erreichen konnte, ließ er sich kommen,oder dolmetschen von solchen, welche die Autopsie und Otakustie(Selbstsehen und Selbsthören) genossen hatten. Solche fördertenihn mehr, als Kupferwerke und Bilder. Zu seinen Kunstan-schauungen legte er den Grund in dein Lande der klassischen Kunst,in Italien. Hier mich entwickelte die Natur in ihm den großenGedanken der Metamorphose der Pflanzen. Ein unwiderstehlicherHaiig trieb ihn über die Alpen, um die ewigen Meisterwerke derBailkunst, der Plastik und Malerei unmittelbar zu studieren. Wasjenseits der Alpen mit ihm vorging, nennt er selbst eine Wieder-geburt. Er ausgewachsen wie wir alle, unter der Herrschaftdes toten Wortes und nnlebendiger Begriffe mußte ver-lernen und umlernen; aber gerade dieses war ihm, vis-ä-visder Natur und der Originale, eine Seligkeit. Die Anlage undteilweise die Ausführung seiner größten Meisterwerke stammen ausjener Zeit. Er exponierte sich der wirklichen Welt und ließ siein seinen Geist einziehen. Er wuchs an der Natur und an demMenschen, er faßte ihn auf, wie er leibte und lebte als einzelner