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1 (1890)
Entstehung
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1. Gebrauch der eigenen Sinne;

2. Fortschritt vom Ganzen zum Einzelnen;

3. Entwickelung des Abstrakten aus dem Konkreten;

4. Beziehung der Ideen auf anschauliche Vorstellungen.

In diesem Vierfachen, also in allem, istGoethe unser Vorbild.

Erstens der Gebrauch der eigenen Sinne, natürlich bei allem,was sinnlich wahrnehmbar ist, insonderheit also Selbst sehenund Selbsthören zur Auffassung der äußeren Erscheinungen istdie erste Regel bei der Veranschaulichung, nach meiner Meinungjedes wahrhaft bildenden Unterrichts. Dennselbst ist der Mann",nicht nur der Manu, sondern auch der Knabe, das Kind. Alsonicht erzählen hören von andern, durch den lebenden Mund oderdas tote Buch, noch weniger Schöpfen aus Quellen, die wiederauf andere und andere zurückweisen, sondern selb st eigen esSehen und Hören der wirklichen, ursprünglichenDinge und Erscheinungen. Tausende von Menschen mögenes zu alleu Zeiten so gemacht haben; als didaktischen Grundsatzhat ihn Rousseau iu seinem Emil aufgestellt, einem Werke,welches Goethe, hoch verehrend, ein Evangelium derN a tu r nannte, einen Grundsatz, welchen Pestalozzi später metho-disch verarbeitete, und der seitdem gesetzgebend gilt für alle Zeiten.

Zweitens Fortschritt vom Ganzen zum Einzelnen, vonder Totalität der Anschauung zu den Teilen, nicht umgekehrt,also analytisch. Es war ein Mißgriff mancher Pädagogen, welchebei der Erfassung der irdischen Dinge von den einzelnen Teilenzum Ganzen fortschreiten wollten. Ich erinnere nur an dieStreitigkeiten über die Methode des naturhistorischen und geo-graphischen Unterrichts. Die Analytiker, welche von der Total-anschauung des Ganzen ausgehen, haben gesiegt. Denn ihr Wegist der der Natur, d. h. der natürlichen Entwickelung, des natür-lichen Fortschritts, des unbewacht, iustinktmäßig verfahrendenMenschengeistes, wie des Fortschrittes der Wissenschaft.

Drittens Entwickelung des Abstrakten aus dem Konkreten,der allgemeinen Vorstellung aus den einzelnen, des Mittelbarenaus dem Unmittelbaren, der Begriffe aus den Anschauungen. AlsoBeginnen mit der Sache, nicht mit dem Bilde oder Zeichen, mitden Dingen selbst und ihren Erscheiunngen, nicht mit dem Worte.