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1 (1890)
Entstehung
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sich doch auch einmal, nämlich in Wilhelm Meisters Wander-jahren, ausführlich über Erziehungsangelegenheiten ausgelassen^wie Sie wissen, in der Darstellung der pädagogischen Provinz,in welcher als höchste, alles umfassende Tugend die Ehrfurchtwaltet. Allein diese theoretischen Ansichten sind nicht der Gegen-stand, auf den ich Ihre Aufmerksamkeit hinlenken wollte, sonderner selbst ist es, die Richtung seines Geistes, die Art, wie er dieDinge aufzufassen, wie er sich selbst zu bilden pflegte, wenigeraus erdachter Reflexion, als vermöge seiner ihm anerschaffenenNatur. In dieser Beziehung kann man ihn, wie ich glaube, alsVorbild intellektueller Bildung, als Muster für Studierende undfür Lehrende ansehen, und wir werden wohl daran thnn, bewußtdas zu vollziehen, was er bewußt und unbewußt ausführte. Ichmeine nämlich, er selbst repräsentiert in lebendigemBeispiel das oberste Prinzip alles bildenden undwahren Selbst- und Jugendunterrichts, das Prin-zip der Veranschaulichung der Unterrichtsstoffe-Wer es nicht kennete, könnte es durch Betrachtung seines Lebens-laufes kennen lernen, und sie kann dazu beitragen, es in seinerWichtigkeit und Wesenheit aufzufassen. Dies ist der Gedanke^den ich kurz auszuführen gesonnen bin. Die Ausführung würdeam natürlichsten in der Art erscheinen, wenn ich aus derBetrachtung seines Lebens das Prinzip selbst und seinen Inhaltvor Ihren Augen entwickelte. Aber dies würde zu viel Zeitkosten. Kürzer komme ich zum Ziele, wenn ich den umgekehrtenWeg einschlage, Ihrer Aufmerksamkeit kurz den Inhalt des Prin-zips der Veranschaulichung der Unterrichtsstoffe vorführe, unddann Nachweise, daß Goethe in seinem Leben, in seiner Ent-wickelung ihm gehuldigt. Dieser synthetische Gang ist bekannt-lich der gewöhnliche unserer wissenschaftlichen Lehrer, statt desnatürlicheren, analytischen, die Selbstthätigkeit des Hörendenmehr in Anspruch nehmenden. Um der Kürze willen sei esmir vergönnt, ihn zu wandern, um so mehr, als Goethe nichtder Entdecker des zu besprechenden Prinzips gewesen.

Der Inhalt des Veranschaulichungsprinzips im Unterrichtexpliziert sich wesentlich in vier Momenten: