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würdige Feier des Gutenbergfestes? Wir Schullehrer feiern eszwar tagtäglich (jedes Buch ist ein Orden auf der Brust desunsterblichen Meisters); heute erinnern wir uns dessen. Wasund wie die Schulen gewesen, als es noch keine Bücher gab,nämlich keine gedruckten, kaum vermögen wir es uns zu denken.Damals galt der Geist des Lehrers alles, er soll auch jetzt nochder Meister bleiben, sein Regiment soll nicht übergehen an toteZeichen; nicht mißbrauchen wollen wir die Bücher, nicht sie zuMitteln der Verdummung und Geistessklaverei machen; aber beidem rechten Gebrauch auch mit Dank gegen die Vorsehung undmit Verehrung gegen den göttlichen Mann, ein Werkzeug inseiner Hand zu einer Zeit, als die Morgenröte der neueren Zeitdem Horizont der europäischen Menschheit sich nahte, das Festdes Jahres feiern, das uns die gedruckten Bücher, folglich fürdie Kinder und die Menschheit die Bücher geschaffen hat. Göttlichnennen wir das Geschenk, der ganzen Menschheit wird es zumSegen, jeden: unserer Kinder wird es zur Gabe. Alles wahr-haft Menschliche ist göttlich, alles Göttliche wahrhaft menschlich;denn wir sind seines Geschlechts. Von der Menschheit, demMenscheil kann keiner groß genug denken.
Das Gutenbergsfest ist auch mit Recht ein Fest der Schul-lehrer. Wir feiern sein Fest nicht, weil seine Kunst uns Arbeitund Brot giebt, sondern weil wir die Diener seines Geistes,seine geistigeil Handlanger und Geselleil sind. Denn zum Teilist die Wirkung und der Segen der Erfindung in die Hand derSchullehrer gelegt. Feiert die Menschheit das Fest, so feiertsie auch das rechte, würdige Thun der Lehrer. Denn diese habendeil Beruf, deu Geist oder die Geister, welche in den 25 Typeilwohnen, so zu erregen lind zu beleben, daß auch sie, wie alleguten Geister, Gott den Herrn loben. Unser Beruf erscheintuns in seiner tiefen Bedeutung als Grundlegung der mensch-lichen Bildung. Wir entwickeln die Keime der Menschheit, auchdurch liiis pflanzt die Menschheit sich fort. Den durch die ganzeVorwelt eroberteil Gedankenreichtum, in der Litteratur nieder-gelegt, bringeil wir seinen Elementen nach in die Kinderseelen,und wir befähigeil sie, sich lebenslang an den Schätzen unend-