Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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XXI.

Hiss dir selber, so Hilst dir Gott.

Daß man die Hilfe, die man sich wünscht, immer zuerst beisich selbst suchen müsse und nur dann andere um Beistand an-gehen solle, wenn man unmöglich sich selbst helfen kann, ist zwareine bekannte, von niemand bestrittene, aber doch in vielen Fällennicht zur Ausführung gebrachte Lebensregel. Bei gar vielenneigt die Natur dahin, andern Forderungen zu stellen und sichselbst von der Leistung des Geforderten frei zu sprechen. Ja,die Erscheinung gehört nicht zu den seltenen, daß diejenigen, dieam meisten, beharrlichsten und begehrlichsten fordern, am wenigstenleisten. Wer hätte z. B. nicht schon die Erfahrung gemacht,daß gerade diejenigen, welche über die Langweiligkeit einer ver-sammelt gewesenen Abendgesellschaft am ineisten Klage führen,zur Erheiterung der Gesellschaft am wenigsten beitrugen? Werkennte nicht Lehrer, welche sich über den Mangel an Geist ihresLehrervereins, über ungenügende Leistungen desselben höchlichbeschweren, während sie gerade die letzten sind, wenn es daraufankommt, den Geist zu wecken und produktiv zu erscheinen? DieseErfahrung macht man so häufig, daß inan sich versucht fühlenmöchte, als Regel aufzustellen: die am ineisten fordern, leistenam wenigsten; die am unzufriedensten sind, befriedigen selbst nurim geringsten Maße; die thätigsten sind die bescheidensten in An-sprüchen und Forderungen.

Die letzteren haben sich versucht und versuchen sich fort-während; sie wissen es aus täglicher Erfahrung, was es heißt,