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1 (1890)
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und zwar durch eigene Kraft erfahren, was für Erscheinungensich ans dem von ihm auf seinem Standpunkte übersehbarenTeil der Erdoberfläche und über demselben ereignen, ehe man auchnur daran denken darf, ihn darauf zu leiten, ob die Erscheinungenauch wirklich so vergehen, wie er sie sieht oder zu sehen glaubt.Hier verlangen wir von dem Lehrer Geduld, weise Zögerung,planvollen, methodischen Fortschritt. Es ist ein unseliges Treibenunter so vielen Lehrer», indem sie mit nichts an sich halten, sichnicht bezwingen können, die letzten, höchsten Resultate des Denkensund Forschens ihren unreifen Schülern nicht mitzuteilen. Diesesunzeitige Vorgreifen (Schiller nennt es eine Folge des kurzenGedärms) hängt zusammen mit der Unkenntnis des Standpunktesder Kindesnatur und ihrer Entwickelungsgesetze, zusammen mitder Angst, daß die Heilswahrheiten nicht früh genug, mit derMeinung, daß sie wenigstens niemals zu früh an die Kindesseelegebracht werden könnten, zusammen mit den Notzuständen desLebens vieler Menschen, die eine Antizipation anraten oder gargebieten, zusammen mit der traurigen Maulfertiekeit vielerMenschen und der noch jetzt (am meisten im Religionsunter-richt) grassierenden Sprechwut und Sprech sucht vielerLehrer. Der Lehrer der mathematischen Geographie darf sichdieser Fehler und Schullaster, wie ich sie neunen muß, nichtschuldig machen, wenn er methodisch, d. h. bildend und sachgemäß,verfahren will. Den Anfang des Unterrichts mache der Lehrerdamit, daß er sich zu bestimmten Zeilen, etwa um die des Früh-lings- oder Herbstäquinoktiums und der Sommer-Sonnenwendeherum, mit seinen Schülern auf einen freien Horizont begebe undsie anleite, sich zu orientieren und den Lauf der Sonne zu be-obachten. Alles Beobachtete es ist dessen nicht wenig wirdgleich auf der Stelle zu bestimmten Vorstellungen und Sätzenausgemünzt und festgelegt. Der Lehrer fragt und leitet an, dieSchüler, in weitem Kreise um ihn her aufgepflanzt, antwortenund betrachten. Vieles haben sie schon früher gesehen und er-fahren; es wird hervorgezogen und zu klarem Bewußtsein er-hoben. Erlauben die Verhältnisse eine gemeinsame Betrachtungdes nächtlichen Himmels, desto besser. Was angeschaut und