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ergötzt die Verbindung der reinen, abstrakten Form mit dem kon-kreten Inhalt.
Man scheint dies auch stets gefühlt zu haben. Denn nurans diesem Gefühl läßt es sich erklären, daß man in allgemeineBildungsanstalten die Feldmeßkunst einzuführen versuchte. Injeder andern Hinsicht war es ein Mißgriff. Das Feldmessen istein praktisches Geschäft, das in einem bestimmten BernfSkreisevorkommt, gehört also nicht in die allgemeine Bildungsanstalt,in der es aus nahe liegenden Gründen auch niemals gedeihenwollte. Die Lücke, welche die praktische Geometrie ausfüllen sollte,indem man eine Anwendung der Geometrie suchte, wird wirklicherfüllt durch die mathematische Geographie und populäre Himmels-kunde. Beide rechne ich zusammen, wie sie zusammengehören.Sie bieten die trefflichste Gelegenheit, Anwendungen geometrischerWahrheiten und Gesetze zu erblicken, denn die Himmelskörperbewegen sich in geometrischen Bahnen und nach mathematischenGesetzen. „DaS Leben der Götter ist — nach Novalis —Mathematik."
Die mathematische Geographie erscheint in anziehender, be-lebender, reizender Gestalt.
Aber dieses allein sichert ihr in den Augen des einsichts-vollen, ernste Zwecke überall verfolgenden Lehrers nicht den Rang,den sie unter den Disziplinen des Schulunterrichts einnimmt.Sie fördert wesentlich die allgemeine Bildung; in ihr ruht, richtigbetrieben, eine formale Kraft.
Gute Lehrer der Naturkunde ergreifen mit Begierde jedenAugenblick, der zu einer Beobachtung Veranlassung gebenkann. Nicht nur, weil unser Schulleben, wie leider unser ganzesLeben, sehr arm ist au diesen Gelegenheiten, sondern weil er dieWichtigkeit der Übung des Beobachtuugsvermögeus für die Fort-schritte in Naturkenntnissen, und die Ausbildung desselben füreine wesentliche, nämlich die praktische Seite der Entwickelungerkennt. Außerdem ist es bekannt, daß die guten Deutschen schlechtersehen und hören, als andere Nationen. Wo giebt es nun Großes,Wichtiges, allgemein Wahrnehmbares zu beobachten? Wohl, inden physikalischen Stunden finden sich dazu einzelne Gelegen-