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1 (1890)
Entstehung
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schlüsse, sondern unsere besten Gedanken das Gemüt und denWillen, d. h. die Substanz des Charakters, zur Grund- undUnterlage haben, daß sie nur aus diesem Boden entsprießenkönnen. O wohl, der Bösewicht und jeder gemeine Kerl kannsich Kenntnisse, Begriffe, ja Gelehrsamkeit, stupende Gelehrsamkeitaneignen, und kann nach den schlechten Begriffen auch unserer Zeiteine Celebrität sein: aber eine wahrhafte, lebendige Gedanken-welt, schöpferische Kraft, geniale Werke sind nur das Werk gott-begabter, der Kunst, der Wissenschaft und dem Leben, wie es seinsollte, d. h. den Idealen, und dieses heißt dem wahrhaft Wesen-haften (eben jene Naturen meinen, das Reale, mit Händen greif-bare sei das Wirkliche, Ideen und ideale Produkte dichterischer,phantastischer Einbildungskraft, und ein Lanzenstich z. B. giltihnen für den triftigsten Beweisgrund, für mehr als eine Idee)zugewandten Geister. Das hat unser Volk zu begreifen angefangen,die Gelehrten folgen nach; sowenig ist es wahr, daß sie die Weltregieren: ich wenigstens traue mehr auf das Gefühl, von dem esdurchblitzt wird, als auf irgend ein, mit noch so vielen Gründenausstaffiertes Begriffssystem, mehr auf die Natur, wie außen soinnen, als auf Bücher und ihren Inhalt, wenn sie mit jener nichtübereinstimmen. Wie muß uns z. B., mit dem Chorus amNeckar, am 8. Mai von Millionen angestimmt, verglichen, dieAnklage Vorkommen, die vor noch nicht 10 Jahren die sogenannteevangelische Kircheuzeitung Heng st eub erg s gegen unfern erstenNationaldichter zu erheben die Dreistigkeit, um nicht mehr zusagen, hatte! Beschwichtigt sie den Chorus, oder hebt sie ihn?Ist es etwas anderes, als das Krächzen eines Raben gegen eineBeethovensche Musik, das Quaken eines Frosches gegen das ge-einigte Konzert aller heiteren Vögel des duftenden Waldes?

Traue der Nation, mein Freund! ihrem Gefühl, ihremBewußtsein! Und labe deinen Geist au den Blüten und Früchtenihres Lieblings! Wieviel sage ich, kann unser Schiller aucheinem Lehrer werde»! Die heilige Schrift ist ein Weltbuch, wirstellen sie über jeden Vergleich; der Deutsche bedarf aber auchder Nationalschriftsteller. Wie das Menschengeschlecht, so ist auchjede Nation Gottes. Darm» ist die Ausrottung einer solchen.