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hebst, wenn du, handelnd oder bildend, das Notwendigeund Ewige in einen Gegenstand deiner Triebe verwandelst."
So beschwichtigt er, indem er uns erhebt und spornt, unserGefühl, wenn das, was wir für gut halten, nicht so schnell ge-deihen und reifen will, als wir es wünschen. Das Vertrauen zuder, den Sperling auf dem Dache wie das Wohl aller Menschen-geschlechter weise lenkenden Vorsehung kehrt wieder bei uns ein —dieses Vertrauen-weckende, wohlthuende Wort bei dem Blicke aufvieles Unerfreuliche mich in unfern Tagen sei das letzte, dessenmir hier namentlich gedenken.
Würde es nun nach Anhörung dieser wenigen Gedankenunsers Dichters, selbst für den, der weiter nichts von ihm kennete,noch des Beweises bedürfen, daß Schiller den höheren Dingenzugewandt gewesen, noch bedürfen der Widerlegung alberner An-griffe auf seine Religiosität, seinen Glauben? Die Verkennung,die auch ihn getroffen, die Verdrehung seiner Ansichten, die Be-schuldigung irreligiöser, unprotestantifcher, selbst unsittlicher Rich-tungen, kurz das Schicksal der Verfolgung hat er mit den größtenMännern aller Zeiten geteilt. Gedenkt man jetzt noch der Zeit,wo man ihm aus der Verteidigung des Katholizismus und derHerrlichkeit in St. Peters Dom in dem Munde Mortimersden Vorwurf der Hinneigung zum Papismus, ans den „GötternGriechenlands" und der „Resignation" die Beschuldigung der Vor-liebe zum heidnischen Olymp, aus seinem „Kampf" die Insinuationunsittlicher Gelüste, aus dem Gedicht: „Rousseau" überschrieben,die Feindschaft gegen das Christentum heransdrehte: so gedenktman auch der Leidenschaft und der bitter», beschränkt-einseitigenKritik seiner und unserer Zeitgenossen. Aber das Grab verwischtund begräbt die einzelnen Mängel, die jeden: Sterblichen ankleben,und die Nachwelt ist gerechter und dankbarer als die Mitwelt.Nicht einzelne Schwächen bringen uns um ihre Achtung, nur derMangel an Tugenden. Jene werden vergessen, besonders wennsie, wie in vorliegendem Falle, den Glanz der Tugenden nur umso strahlender zeigen. Auch gehört es mit zu den Fortschrittender Zeit, daß wir die Laufbahn eines erhabenen Mannes nichtnach dem engen Maßstab eines Bekenntnisses messen, und daß,