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als sie auf den Charakter zurückfließt; sie geht auch gewissermaßenvon dein Charakter aus, weil der Weg zu dem Kopf durch dasHerz muß geöffnet werden." Auch für gedrücktes Lehrergefühlfinden wir tröstende Sprüche in seinen Gedichten, sei es, daßallzu starke individuelle Persönlichkeiten uns beengen, oder derErfolg unfern Bestrebungen nicht entspricht.
In jenen: Falle richten wir uns auf durch das Distichon„der Aufpasser":
13. „Strenge wie mein Gewissen bemerkest du, wo ich gefehlet,
Darum Hab' ich dich stets wie — mein Gewissen geliebt."
Mit Recht denken und sprechen wir also da, wo, um mituuserm Dichter am Schluffe seiuer herrlichen, seeleuvollen Briefeüber „ästhetische Erziehung des Menschen" zn reden, es nichtmöglich ist, daß „der Mensch (der Lehrer) durch die verwickeltenVerhältnisse mit kühner Einfalt und ruhiger Unschuld geht, undweder nötig hat, fremde Freiheit zu kränken, um die seinige zubehaupten, noch seine Würde wegzuwerfeu, um Anmut zu zeigen".
Und iil dem andern Falle tröstet er uns, und zugleich weister uns zurecht (wer wäre nicht gern der Schüler solches Menschen-freundes?) durch sein Gedicht: „An die Weltverbesserer":
„„Alles opfert' ich hin, sprichst du, der Menschheit zu Helsen,
Eitel war der Erfolg, Haß und Verfolgung der Lohn."" —
„Soll ich dir sagen, Freund, wie ich mit Menschen es halte?
Traue dem Spruche! Noch nie hat mich der Führer getauscht,
Von der Menschheit — du kannst von ihr nie groß genug denken,Wie du im Busen sie trägst, prägst du in Thaten sie aus.
Auch dem Menschen, der dir im engen Leben begegnet,
Reich' ihm, wenn er sie mag, freundlich die helfende Hand.
Nur für Regen und Tau und fürs Wohl der MenschengeschlechterLaß du den Himmel, Freund, sorgen wie gestern so heut."
Anderwärts sagt er: „Lebe mit deinem Jahrhundert, aber seinicht sein Geschöpf; leiste deinen Zeitgenossen, was sie bedürfen,nicht was sie loben; gieb der Welt, auf die du wirkst, die Rich-tung zum Guten: so wird der ruhige Rhythmus der Zeit dieEntwickelung bringen. Diese Richtung hast du ihr gegeben, wenndu, lehrend, ihre Gedanken zum Notwendigen und Ewigen er-