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1 (1890)
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deshalb darf also die Kultur des Gedächtnisses nicht versäumtwerden; nur bedarf es besonderer Gedächtnisübungen ebensowenig, als besonderer Verstandesübungen; an den gewöhnlichenLerngegenstäuden wird das Gedächtnis geübt, wie der Verstand.Wie es keinem gesunden Menschen im Leben einfällt, unbegriffenes(Begriff im weitesten Sinne des Wortes) zu lernen, so fällt esmich dein verständigen Lehrer bei seinen Schülern nicht ein.Darum erst einsehen, dann lernen, üben, anwenden. Aberüberal l Wis s en und Können.

2. Der anschauliche Unterricht geht in den wissen-schaftlichen über. Der Unterschied beider ist bekannt. Aberman wähne nicht, daß die Methode verlangt, daß die Elementar-schule nur anschaulich, die höheren Schulen nur wissenschaftlichzu lehren hätten. Vielmehr sollen beide anschaulich, beide wissen-schaftlich handeln; nur die eine überwiegend jenes, die andereüberwiegend (?) dieses. Hat der Elementarlehrer von dein Kon-kreten aus das allgemeine, das theoretische Gesetz und die darausfließende praktische Regel finden lassen, so kehrt er unmittelbardarauf den Gang der Entwickelung und Ableitung um und läßtdas Besondere unter das Allgemeine subsumieren. Auf denheuristischen Weg folgt der allgemein-logische.

3. In demselben Verhältnis der Aufeinanderfolge stehen dersyntheti s ch e und analytische Unterricht. Man hat viel-fach die Frage aufgeworfen, ob der Elementarunterricht die syn-thetische oder die analytische Methode befolge, und dieselbe ver-schieden beantwortet. Denzel findet das Wesen des Elementar-unterrichts in praktischer Verbindung beider. Diese Frage aberhat nur eine untergeordnete Bedeutung. Der Elementarunterrichtist wesentlich psychologisch; er sucht den Gang der natürlichenEntwickelung, er fragt überall danach, aus welche Weise ein ge-sunder Mensch sich des jedesmal vorliegenden Lernstoffes bemächtigt,und befolgt diesen Weg, gleichviel, ob synthetisch oder analytisch,was durch die Natur des Gegenstandes, zusammengehalten mitdem werdenden Menschen, bedingt wird. Liegt dem Schiller einZusammengesetztes am nächsten, so ergreift man dieses, betrachtetes und sucht die Teile auf, analytisch: ist das Nächstliegende