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1 (1890)
Entstehung
Seite
273
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an und in sich. Aber auch nur das organische, 'nicht das will-kürlich juxtaponierende, darum äußerliche, schlechte Wissen undLernen. Deshalb kann man nur von der organischen Wissen-schaft (nicht von dem Wissen) sagen, daß sie selbst die Methodesei. Sonst hört man wohl auch: der Mensch ist die Methode,der einzelne Mensch, der individuelle Lehrer. Will man damitsagen, daß das Wissen der Regel den Methodiker nicht aus-mache, daß man durch sie keinen zum Methodiker bilde, daß manüberhaupt nicht nach Belieben jeden zum methodischen Lehrerbefähigen könne: so ist dieses ganz richtig. Bersteht man aberdarunter dieses, daß es bei den Lehrern auf nachweisbareRegeln und Gesetze gar nicht ankomme, daß die Kenntnisse dabeidie Hauptsache seien, daß man mit dem Wissen überhaupt auch zurrechten Methode gelange: so muß man erwidern, daß es keineschlechteren, d. h. unwahreren und nachteiligeren Sätze gebe alsdiese. Aber gewiß stempeln erst außer obigen Anforderungen inobjektiver Hinsicht bestimmte Eigenschaften das Individuum zumLehrer überhaupt und zum Elementarlehrer insbesondere.

Wir haben bisher gesehen, daß die Elementarmethode dieformale, subjektive, anschauliche, organische Unter-richtsmethode sei. Welches sind ihre andern Eigenschaften?

Diese folgen ebenfalls aus dem formalen Gesichtspunkt.Wir knüpfen sie an das Organische an. Der menschliche Geist istformell ein Organismus. Er soll es auch materiell sein, einenorganisch gegliederten Inhalt haben. Im Naturleben entwickelter sich organisch, eins nach dun andern, die folgende Stufe hatdie vorhergehende zur Voraussetzung und Basis, die frühere trittin der nachfolgenden als mitwirkende Potenz auf und erzeugtaus sich die neue Entwickelung, Funktion. Gerade also verhält essich mit dem naturgemäßen Lernen. Der Geist erkennt nicht ver-schiedene Dinge getrennt für sich, sondern eins durch das andere;ihm wohnt das Streben inne, alles zu einer Einheit zu verbinden.Eben darum fühlt er sich nur durch organischen Unterricht befriedigt.Aber er bleibt dabei nicht stehen, er will sich auch des Stoffesganz und gar bemächtigen, den Besitz in freies Eigentumverwandeln, um als freies Wesen es nach Belieben zu seinen

Diesterweg, Ausgew. Schriften. 2. Ausl. I. 18