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gewiß auch gelernt worden. Was man aber, wie bisher, nur ge-lernt hat, versteht man im Leben nicht anzuwenden, man weiß nichtdarnach zu leben. Es ist wahrscheinlich, daß diese Sätze nichtüberall so verstanden werden, wie ich sie meine, daß sie entwederals Vergleichungen, oder als Übertreibungen, oder als Paradoxienerscheinen. Aber ich nehme sie in dem Sinne, in welchem man vonäußeren und inneren Erfahrungen spricht, also im eigentlichen undstrengen, nicht im vergleichenden Sinne. Die Sätze und Wahr-heiten, welche der Knabe in der Schule lernt, sollen in der Thatnach ihrem ganzen Inhalte erlebt werden, d. h. er soll denken,was dabei zu denken ist, und dieses zu Denkende selbst finden undselbstthätig anssprechen; er soll bei Sprüchen, welche ein Gefühlvoranssetzen, zu diesem Gefühl bestimmt werden. Wo dieses nichtgeschieht oder nicht möglich sein sollte, ist es leeres, abstraktes,unfruchtbares Lernen, höchstens für eine ganz ungewisse Zukunft-Solches Lernen hebt und erweitert nicht, es beengt und schlägtnieder. Es wird zur Geistesfessel. Dahin rechne ich alle allge-meinen Sätze und Regeln, die dem Schüler gegeben werden, ohneirgend eine Ausnahme. Es ist Ballast, Kram. Sie soll derLehrer, der dein Jüngling eine rege, erregte Zukunft bereiten, ihnfür das Leben, wie es schon ist und immer mehr wird, erziehenwill, nicht gebrauchen; er hat sich ihrer, soweit es ihm, der viel-leicht auch noch in leider nicht überall veralteter Methode unter-richtet worden ist, möglich wird, zu entschlagen. Dann wird manvon ihn: und seinen Leistungen nicht sagen können, daß sie denErwartungen der Gegenwart nicht entsprechen. Vielmehr wirkt erdann in dem guten Geiste der Zeit. Diese will — wovon mansich überzeugen kann, man mag in die praktischen Lebensverhältnisse,oder in die Strebungen des Mittelstandes, oder selbst aus dieBretter, die die Welt bedeuten, Hinblicken — sie will statt derReflexion Thatsachen, statt der Regeln einzelne Fälle, statt derBegriffe Empfindungen, statt des Herkommens Gründe, statt derHemmnisse Befreiung, statt der Theorieen Anschauung — welcheForderung wird begriffen unter dem einen Wort: Prinzipder Anschaulichkeit. Es setzt den Begriff der Gegenwartmit einein Schlage. Man blicke in die Wissenschaften oder in