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1 (1890)
Entstehung
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gewohnheitsmäßig erlernten Geleisen begann jeder seine Geschäfteund setzte sie darin fort; an den Dogmen und dein religiösenKultus wurde nicht gerüttelt, wenigstens erreichte die wisssenschaft-liche Bewegung den Bürger nicht. Wie ist dieses anders geworden!Welcher Handwerker, welcher Künstler oder Kaufmann steht jetztnoch fern oder außer den: Kreise der Beweguugen in Geschäftenund Lebensverhältnissen? Wer nicht mit eigenen Augen sehen, wahr-uehmen, überlegen und aus den Erfahrungen Schlüsse ziehen kann,ist Verlusten, wo nicht der Gefahr des Schiffbruchs ausgesetzt.Und wer heutzutage uur unverstandene Religionsformeln mit ausdem Unterrichte bringt, er wird der Wahrscheinlichkeit nach eineBeute des Judifferentismus oder des Pietismus.

Darum anschauliches Verfahren!

Lange schon ist davon die Rede gewesen, und es erscheintkeine Didaktik, kein methodisches Lehrbuch, in dem es nicht verlangtwürde! Aber von dem Bekenntnis zu einem Grundsätze dein Wort-gehalte nach, oder auch von der Billigung desselben durch denVerstand bis zu mehr als versuchsweiser, bis zu durch g efü hrterAnwendung ist ein weiter Weg; oft trennt eine weite Kluft jenevon dieser. Das Prinzip der Anschaulichkeit ist weder in derTheorie, noch viel weniger in der Praris ganz dnrchgebildet.Nirgends. In den meisten der neueren Schulen kommen Anfängedavon vor. Die wenigsten Lehrer begreifen bis zur Stunde seinenUmfang. Es ist ein in dem Elementarunterricht keine Ausnahmezulassendes Prinzip. Es ist so allgemein als die Menschennatur,die es fordert. Einige sind der Meinung, der sogenannte An-schauungsunterricht beschränke sich ans die ersten Übungen in derErregung der Sinne und im Sprechen; andere glauben demselbenGenüge geleistet zu haben, wenn sie, wie in Kleinkinderschulen,Bilderbogen an die Wand hängen und darüber mit den Kleinenein Gespräch halten. Das ist der Schatten von dem, was unserGrundsatz verlangt, nämlich: Beginnen alles Unterrichts mit demEinzelnen, Konkreten, von den Schillern Erfahrenen, mit Ereignissen,Thatsachen, mit dem Erlebte», und Anschließen alles anderen andieses, damit alles äußerlich und innerlich erlebt werde. Alsonicht erlernen, sondern erleben. Was erlebt worden, ist damit