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ihrer Einsicht unzugängliches Gebiet verpflanzen, sie zu Urteilenund Plänen veranlassen, die sie nimmer zu fassen vermag, heißtsie aus dem goldenen Frieden ihres Morgenlebens herausschreckcn,heißt, sie zu einer unreifen und unglücklichen Geburt stempeln,heißt, ihr die Zerrissenheit vieler Menschen der Gegenwart ein-impfen. Ein solches Thun ist notwendig verderblich. Es ist unsfern, ist jedem fern, der nur ein Auge hat für das, was einKind ist, will und soll. Mit dein Eintritt in einen Kinderkreisverschwindet der Gedanke des Schullehrers an Weltverhältnisse,Weltzustände; er sieht sich bildungsfähigen und bildungsbedürftigenjungen Menschenseelen gegenüber, die den holden Traum derJugeud uoch-träumeu, mit unbefangenem Blick in die Natur undMenschenwelt hineinschauen, und Gemüt und Geist edlen Ein-wirkungen offen entgegen bringen. Für sie, die Reine», ist nurdas Reine, Ungetrübte, Vollkommene eine gedeihliche Nahrung; fürden Geist die Anfänge alles bleibenden, untrüglichen Wissens;für die praktischen Anlagen nützliche Fertigkeiten aller Art; fürdas Gemüt das Schöne und Gute. Nicht mit den unvollkommenenSeiten seiner Natur erscheint der Jugendbildner unter ihnen; wasihn, als Hausvater, Mann und Bürger stört und irrt, er vergißtes, ehe er die Schwelle der öffentlichen Schule betritt, er denkthier nur dem nach, was seines Amtes und Berufes ist: der Ver-edlung der ihm anvertrautcn Kinder. Heil ihm und den Seinen!
Es kann daher keine größere Verkennung des ganzen Stand-punktes des Schullehrers gebeu, als weun man ihn durch seinAmt für berufe» Hält, umnittelbar für die Verbesserung der Welt-zustände zu wirken*. Nichts ist daher auch verkehrter, als vonder Volksschule die Umgestaltung der Institutionen des Lebens
* Aus obigem wird hoffentlich keiner falsche Schlüsse ziehen. Wir er-innern darum an einen Ausspruch von Goethe, den Eckermann mitteilt.Es war die Frage aufgeworfen worden, ob der Dichter sich um Politik zukümmern habe. Goethe verneint sie. Anderwärts hatte er schon gesagt'„Ein politisch Lied — ein schlechtes Lied." Dann sagt er bei Eckermann:„Was heißt denn sein Vaterland lieben, und was heißt denn, patriotischwirken? Wenn ein Dichter lebenslang bemüht war, schädliche Vorurteile zubekämpfen, engherzige Ansichten zu beseitigen, den Geist des Volkes aufzuklären,dessen Geschmack zu reinigen und dessen Gesinnungs- und Denkweise z» ver-