Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
258
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Natürlicherweise richtete man nun von neuem die Aufmerk-samkeit auf die inneren Faktoren der Entwickelung, und inan spannden Faden wieder fort, von dessen Vollendung äußere Hemmnisseabgehalten hatten. Die Schulen wurden abermals der Gegenstandder Betrachtung. Von ihnen erwartete man auch jetzt noch vieles,wem: auch weniger schnell und in die Angen fallend; mehr undmehreres aber noch voll den andern Mächten der Entwickelungund Bildung. Mmr hoffte den Eintritt einer ganz neuen Zeit.

Ob die Erwartungen zu groß gewesen, ob die Entwickelung,deren wir uns erfreuen, allen billigen Wünschen und Hoffnungenentsprochen haben oder nicht, kann hier unerörtert bleiben, genug,es erwachte bald nach Wiederherstellung des Friedens eine viel-seitige Untersuchung der deutschen Zustände, eine Zeit der Kritik,in deren Mitte wir jetzt noch stehen. Allenthalben stellte inanFragen auf über die Verhältnisse und Zustände der Nation undthat, wo man dieselben ungenügend fand, Vorschläge der mannig-faltigsten Art. Man fragte nach den Kräften, von denen einenergischerer Fortschritt mit Sicherheit zu erwarten stehe, und daman sich der Versicherungen, die von der Schule allsgegangen,erinnerte man hatte sie ja erlebt, so kam auch die Schulewieder an die Reihe. Und, siehe da! man glaubte zu finden,daß man voll ihr zu viel erwartet habe, daß sie uicht leiste, wassie versprochen. Man ging deshalb, nach der Natur einer be-wegten Zeit, zu der entgegengesetzteil Meinung hinüber und sprachvon den falschen Erwartungen in betreff der Volksschule.Dieses Thema ist in der neueren Zeit mehrfach behandelt worden.Ich erinnere nur all die Schrift, welche der SuperintendentFischer in Sangerhausen darüber geschrieben hat. Mit ihmstellen viele heutzutage die Wirkungen und Leistungen der Schuleil,nicht nur wie sie sind, sondern wie sie sein können, sehr tief; fürwahre Bildung und Gesittung erwarten sie voll ihr und der ge-samten Thätigkeit aller Volksschnllehrer wenig oder nichts. Vondeil großen Hoffnungen des vorigeil Jahrhunderts scheint daherein Teil der Männer, deren Urteil von Einfluß ist, zlirückgekommenzu sein. Für uns, unser Wirken, unsere Bestrebungen, unsereHoffnungen ist solches eine Lebensfrage. Ist die Ansicht Fischers