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1 (1890)
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Gesellschaft. Die deutsche Nation blickte mit freudiger Erwartungauf die neueil Bestrebungen ihrer Pädagogen hin, und man hieltdie Gegenwart für eine neue Ära auf der Bahn zur allgemeinenErziehung und Bildung der Nation. Diese, die Männer des Faches,entsprachen in würdiger Weise so mächtigen Antrieben; mit Scharf-sinn untersuchten sie die äußere und innere Gestaltung des Schul-wesens, drangen ein in psychologische Tiefeil, verwarfen, was inbetreff der Methodik und Disziplin einer naturgemäßen Entfaltungnicht gemäß schien, erfanden neue Arteil und Weisen des Unterrichtslind der Erziehung und bearbeiteten für alle Fächer neue Lehr-mittel. Die Thätigkeit für die gute Sache war allgemein. Nichtin die Grenzen Deutschlands blieb sie eingeschlossen. Die sprach-und geistvermandte Schweiz wurde in die Bewegung mit hinein-gezogen, ja sie wurde der eigentliche Zentralpunkt, in dem sichalle Radien des neuen Lichtes vereinigten und voll da aus, mankann fast sageil, über die zivilisierte Welt verbreiteten. Der auf-gegangene Stern hieß Pestalozzi. Wie dieser Mann wirkte,was er leistete, was er verhieß, wie groß die Erwartungen waren,die inan sich davon für die fortschreitende Kultur versprach, dieBejahrtereil unter uns haben es erlebt, und sie gedenken dessen innachhaltiger freudiger Erinnerung und Belebung. Das Ziel war:Erziehung des ganzen Volkes, allseitige Entwickelung aller Gliederdesselben, Humanisierung der ganzeil Welt.

Inzwischen wurde die Aufmerksamkeit der Zeitgeilossen vonder innereil Entwickelung der Menschen und Dinge auf die äußereilVerhältnisse hingelenkt durch den schmählichen Druck, den beinaheganz Europa durch den neuen Kaiser der Franzoseil erlitt. AlleKlassen der Gesellschaft fanden das ihnen aufgebürdete Joch uner-träglich. Mit jedem Jahre stieg die Not, die Bedrängnis; mitdem Drucke wuchs zugleich die Kraft des Widerstandes; dieinnere Entrüstung vereinigte endlich die geängstigten Völker zuallgemeinem Aufstande, der Dränger wurde bekämpft, dann be-siegt und die Freiheit wieder erobert. Nach Jahren der härtestenSchmach erfreute man sich der Wiederkehr des beglückenden Friedens,und eine Epoche des Fortschrittes und der Entwickelung trat ein,deren Früchte wir jetzt noch genießeil.

Diesterweg, Ausgew. Schriften. S. Aufl. I.

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