XII.
Mer den Unterricht in der Zahlentehre.
Noch sind wir bekanntlich nicht so weit gekommen, daß wirfür die Pädagogik, Didaktik nnd Methodik allgemein anerkanntePrinzipien aufzustellen vermöchten. Den Beweis für diesen Satzliefert die pädagogische Litteratur. Es ist darum auch vou unshier, wo es sich von der Methodik eines einzelnen Unterrichts-gegenstandes handelt, nicht zu fordern, einen vollgültigen oberstenGrundsatz für alle Erziehung und jedweden Unterricht namhaft zumachen. Aber iu beschränkterem Kreise, für alle rationellenGegenstände, zu welchen unbestritten der Unterricht in der Zahlen-lehre gehört, glauben wir ein oberstes Prinzip aufstellen zu können.Wir entdecken es, wenn wir den Zustand des Kindes, aus demein Manu werden soll, mit der Beschaffenheit des vollendetenMannes vergleichen. Der Unterschied beider muß uns das zu er-reichende Ziel und das zu befolgende Prinzip nennen. Nun findenwir in dem Kinde die Empfänglichkeit (die Receptivität),in dem ausgebildeten Alaune die Selbstthätigkeit (die Spon-taneität) vorherrschen. Folglich soll jene zu dieser umgebildetwerden, und unser Prinzip für die Methodik, wenigstens derrationellen Unterrichtsgegenstände heißt: Unterrichte so, daßüberall d ie Sel bstt hätigkeit d es Schülers möglichstallsgebildet werde! Gleich dem Kautischen obersten Grund-sätze der Moral ist dasselbe ein formales Prinzip. Es stelltnicht nur die Norm oder die Richtschnur für jede entwickelndeUnterrichtsthätigkeit, sondern mich einen Maßstab für Beurteilung
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