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4. Mitwirkung des Staates.
Von Armenanstalten (im gewöhnlichen Sinne des Wortes)spreche ich nicht. Sie hören auf, sie müssen anfhören. Sie stehenauf dem Grundsätze der Wohlthütigkeit. Dieser Begriff wirdnicht mehr existieren. Denn fortan gebe der, der hat, nicht ausBarmherzigkeit, sondern um der Gerechtigkeit willen! Wir er-richten Hilfskassen, deren Einnahme sich nach dem Bedürfnis,nicht nach unfern Launen richtet. Die Staatskasse macht es auchso. So und soviel muß ich haben, spricht sie, damit allesordentlich bestehe. Derselbe Grundsatz gilt für alle Kassen, diefür das menschenwürdige Leben aller sorgen. Das Prinzip derBesteuerung der zu leistenden Beiträge wird sich schon finden.Man muß nur erst den Grundsatz selbst festhalten: Alle sollenleben wie Menschen. Daraus folgt die Mitwirkung desStaates, d. h. aller Glieder desselben von selbst. Es ist eineThorheit und ein Beweis unserer Jämmerlichkeit, alles derRegierung aufbürden wollen. Wir sind auch Staat, wir sindauch Volk. Es ist eine Angelegenheit aller.
Aber doch können die Obrigkeit, die Magistrate, die Stadt-verordneten unendlich viel zur Realisierung der Umgestaltungunseres Lebens beitragen. Ja von ihnen ist die Aufnahme einer
Licht des Himmelreiches für immer entziehen. — Wer nur nicht mit einembesonderen Aberglauben auf die wunderbare Zivilisationskraft des Geldesrechnet, wer nur nicht meint, den Armen das Evangelium predigen, wieweiland Christus that, sei vergeblich; erst müsse das Volk in eine bequemeäußere Lage gebracht werden, um für so hohe Dinge empfänglich zu werden— wer nur nicht allzu materialistisch denkt über die Bedingungen derMenschenbildung, der wird einsehen, daß durch alle Opfer für die christlicheMissionssache unfern heimischen Bedürfnissen nicht das mindeste entzogen wird."
Desto besser! Und nur dann, wenn dieses im strengen Sinn desWortes wahr ist, ist die Mahnung überflüssig, zuerst mit sicheren Mittelnan der Vervollkommnung aller Verhältnisse, der äußeren wie der inneren,unserer Heiden zu arbeiten, ehe wir uns in die Weite und Breite ausdehnen.Das Sammeln der ganzen Kraft in kleinem Raum scheint auch hier diehöchste Weisheit zu sein, besonders da sie bisher nicht hinreichend gewesen,den Feind total zu schlagen. Thut man das eine ganz, so möge man dasandere nicht lassen!