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1 (1890)
Entstehung
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Zwecke des gemeinsamen gesellschaftlichen Lebens und über dieFormen desselben ohne eine Bereinigung mit anderen, welchedie Belehrung aller über diesen Gegenstand und die Fortbildungdes öffentlichen Lebens zum Zweck hat?! Man hält ja sonstnicht viel von der Theorie; aber nun soll die Kenntnis desPraktischsten von allem, des Lebens selbst, wie es scheint,einzig der theoretischen Betrachtung des einzelnen überlassen bleiben,oder man will ihn ganz darüber im Unklaren lassen. Wirglauben gezeigt zu haben, daß es ohne Gefahr für alles Bestehendenicht so Fortgehen darf. Auch dürfte die Frage nicht zu umgehensein, ob es zu verantworten sei, den einzelnen Menschen, der fürsein Teil die Zwecke des Lebens soll mit erstreben helfen, überdiesen großen Gegenstand ganz im Unklaren zu lassen? Stimmtdas überein mit den Anforderungen, welche der Humanismus unddie theoretisch weit geförderten Unterrichtsmethoden an die Zeit-genossen machen? Wahrlich, die Nachwelt wird einige Mühehaben, unsere Zeit zu begreifen, es zu begreifen, daß ganzeGesellschaften und Vereine, ja die gebildetsten, wissenschaftlichstenMänner für alles andere oft mehr Sinn haben, als für die Ge-staltung des öffentlichen Lebens. Macht den Versuch! Wählteuch die kenntnisreichsten, durch den Geist des Altertums aufge-nährten, wissenschaftlichen Männer, seht und hört, welche Aner-kennung, welch' ein Lohn euch erwartet, wenu ihr eine historischeoder antiquarische Dunkelheit der alten Welt mit Scharfsinn ansLicht zieht, und erlebt es darauf, was euch dagegen wird, wennihr über ebensowenig begriffene, dunkel gebliebene Verhältnissedes gegenwärtigen gesellschaftlichen Lebens sprechen wollt!!! Vorfünf Jahrzehnten war es in Deutschland überall so. Es hat sichin mancher Beziehung, an manchen Orten geändert. Aber nochnicht tiberall. Diese Erscheinung giebt dein Beobachter der Zeit,der sie begreifen will, etwas zu denke». Die Nachwelt aber wirdes wohl rein unbegreiflich finden, nämlich unbegreiflich für Herzund Gemüt. Ihrem Verstand wird es durchsichtig sein, daß das,was wurde, so werden mußte, als es geworden ist, weil man esdanach anfing; aber dadurch werden noch nicht immer dieZweifel des Gefühls gelöst, wie es doch Menschen, die sich doch