Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
206
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Gutes mit Bösem, Segensreiches mit Fluchwürdigem uiederschlägt.Der wahre Staatsmann bekämpft zwar das letztere; aber errottet nicht den Weizen mit dem Unkrauts aus. Vielmehr ent-fernt er dieses, damit jener um so gedeihlicher emporschieße. DasHeil, nämlich die Sicherung alles Großen und Schönen im Leben,ist nächst obiger Fürsorge für die leiblichen Bedürfnisse der unterenKlassen und nächst dein Fortmirken anderer, unter uns bestehendersegensreicher Institutionen durch die rechte Aufklärung überdie genannten Beziehungen bedingt.

Unser Unterrichtswesen ist teilweise hinterdenAnforderungen der Zeit zurückgeblieben.

Dieses ist mein Thema, lind ich schreite nur fort, um zuzeigeil, was durchgreifend und allgemein geschehen müßte*.

Ob unsere Universitäten den Gebildetsten der Nation überdas öffentliche Leben genügend die Allgen öffnen lind die rechteBelehrung bringen; ob sie den gerechten Erwartungen der deutschenNation entsprochen haben, will ich hier dahingestellt sein lassen.Es scheint nicht so.

Daß in den Versammlungen, wo Menschen aller Stände zn-

* Einzig darum ist es mir zu thun, nämlich zu zeigen, was nach meinembesten Wissen für die Zukunft in der Gegenwart geschehen müßte. Tadeln zuwollen! davon bin ich so weit entfernt, als der Himmel von der Erde.Wer daher von meinemZurückbleiben des Erziehungswesens rc." nichtswissen will, für den ändere ich gern diesen, wie jeden andern Ausdruck, derAnstoß finden könnte. Nur um die Sache ist es mir zu thun. Ganz stimmeich in dieser Beziehung den von Schwarz in seiner neuesten Schrift (DieSchulen rc.") ausgestellten Grundsätzen bei.Die das Schulwesen in einemLande regieren, müssen bis auf die entferntesten Geschlechter hinaus denBildungsgang ihres Volkes zu erschauen suchen, und ihm schon jetzt dieRichtung auf jenen Punkt hin geben. Zwei Grundmaximen haben sie hierinzu befolgen. Dis erste ist: nichts zu thun, wovon sie versichert sind, daß esvon der Richtung, welche die Nation in ihrer Bildung nehmen müßte, ab-lenke und also in dem Wesen des Volkes einen krankhaften Zustand hervor-bringe, am wenigsten aber etwas zu verordnen, was dem Volkstümlichengeradezu widerspricht. Die andere leitende Maxime ist: Alles das zu ver-anstalten und zu befördern, was in dem Wege der Volksbildung liegt, wasals das Bessere erkannt ist und was man nicht zurückhalten darf, ohne dieKultur selbst in ihrer wahren Entwickelung zu hemmen."