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1 (1890)
Entstehung
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183
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Daß es viele durch eigene Schuld unglückliche, arme Menschen,auch viele Taugenichtse giebt, ist gewiß. Aber würden wir anihrer Stelle und wenn wir sie selbst wären, anders sein, als siesind, und sollte nicht gerade die Rücksicht, daß sie sind, wie siesind und unter den obwaltenden Verhältnissen sein müssen,unsere Teilnahme eben im höchsten Grade in Anspruch nehmen?

Und wie kannst du, schnöder Mensch! es wagen, Menschenihr Elend als selbstverschuldet beiznmessen, die als Kinder unterden bejammernswertesten Umstünden erzogen und ausgewachsen sind ?

Die Menschen werden, was sie werden können; das Resultatentspricht den Bedingungen, unter denen sie lebten, und denKräfte», die auf sie einwirkten* *.

Daß diese Umstände, Verhältnisse und einwirkenden Kräftederart seien, daß sie ein möglichst vollkommenes, menschlichschönes und edles Dasein allen ermöglichen, das eben ist dieAufgabe der Menschheit. Wir sind im Leben aneinander ge-wiesen, daß wir, einer dein andern und alle dem Ganzen, helfenund beistehen; solches verlangt von uns das edelste, höchste Be-wußtsein. Wer diese Stimme, diese Aufforderung

scheint nichts so sehr schuld zu sein, als das allgemein verbreitete Vor-urteil, alles, was da geschieht, mithin auch das Verkehrte undBöse, sei Gottes Wille, ei» Vorurteil, das ebenso gotteslästerlich alshemmend für den Sieg des Guten ist; denn eher wird es auf Erden nichtbesser werden, als dis Menschen es einsehen, daß sie, sie selbst das Bösevernichten müssen auf Erden, welches sie, sie selbst hervorgebracht; daß sieselbst es sind, durch welche die Vorsehung die Idee des Besseren und Voll-kommneren einführen will in die Wirklichkeit."

Die Weltansicht re. Leipzig und Riga.

* Was der Verfasser der Briefe eines Verstorbenen von Englandsagt, gilt in der Regel von allen Fabrikgegenden:

Der Arbeiter kann kaum durch seine Arbeit sein Leben fristen;er verschlimmert seine Lage, wenn er sich eine Genossin wählt undeine Familie gründet; zur Entwickelung seiner geistigen Kräfte, seinersittlichen Gefühle bleibt ihm keine Zeit. Niemand kümmert sich umihn; das physische Elend führt ihn zur Vertierung, diese zur Sitten-verderbnis, die dann wieder Quelle neuen Elends wird! Diesist die Lage der meisten Arbeiter, die überall die Übermehrheit derBevölkerung ausmachen."