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1 (1890)
Entstehung
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Keiner wird uns darin widersprechen, vielmehr jeder zugeben,daß, wenn eine Familie in einem der genannten Punkte ihr Be-stehen nicht gesichert weiß, alsdann von einem Zustande nicht dieRede sein kann, unter welchem die Mensche» des Besitzes derunentbehrlichsten, teuersten (Alter gewiß sind/

Vergleichen wir nun diese unerläßlichen Forderungen an dasLeben mit dem, was unter uns besteht (wir könnten selbst, ohnedaß das Resultat ein anderes wäre, noch manches ab-zieh en), so werden wir die Überzeugung gewinnen, daß dieseMerkmale der Armut unter uns nicht nur eingetreten sind,sondern einen sehr hohen Grad erreicht haben. Es ist notorischgewiß: Tausende, Hunderttausende, Millionen Menschen leben,nicht auf dem Erdball, nicht nur in Europa, sondern in Deutsch-land, die an den unentbehrlichsten Bedürfnissen der Nahrung, derKleidung und des Obdachs einen schmählichen Mangel leiden;noch viel mehrere sehen sich aller Hilfsmittel beraubt, sobaldnur etwas ungewöhnliche Ereignisse eintreten; eine ungeheureZahl von Kindern entbehrt in der Jugend, der wichtigsten Zeitdes Lebens, der zur Kräftigung des Körpers und zur Ausbildungdes Geistes erforderlichen.Entwickelung und Ausbildung, undMillionen Menschen befinden sich in einem Zustande, der es un-möglich macht, daß sie jemals zu einem einigermaßen befriedigendenmenschlichen Kulturzustande gelangen. Deshalb behaupten wir,daß die Armut unter uns einen Grad erreicht habe, der die Auf-merksamkeit aller wohlgesinnten Menschen im höchsten Maße inAnspruch nehmen sollte.

Neben diesem notorischen Notzustande befindet sich, ebenfallsnotorisch, in den Händen anderer ein großer Güterbesitz, Über-fluß und Reichtum. Während viele darben, schwelgen wenige,oder sie können es, wenn sie wollen, und sie thun es mitunterauch weidlich; wahrend es vielen in unglücklichen Tagen an allenHilfsmitteln gebricht, verwahren andere für sich und ihre Erbenungeheure Vorräte und Schätze; während Millionen Kinder inäußerem Elend, in der Not und in den: Schmutz des Lebens,unter dein Mangel aller einigermaßen befriedigenden körperlichenund geistigen Erziehungsmittel aufwachsen, ja nicht selten als