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sinn gewidmet. Wir gestehen gern, daß die Lösung dieser Auf-gabe nach allen ihren Verzweigungen unsere Kräfte überbietet.Auch halten wir dieselbe nicht in der Art für lösbar, daß dadurcheine Feststellung aller Verhältnisse des menschlichen Lebens anallen Orten und zu allen Zeiten gewonnen werden könnte. Eswird immer sehr viel, vielleicht das meiste, von Ort, Zeit, Um-ständen und von der ganzen Gestaltung des Lebens zu einer be-stimmten Zeit abhängen. Darum wird auch nach unserem Er-messen die Menschheit die vorliegende Aufgabe nur allmählich,nur annäherungsweise lösen, und was zu irgend einer Zeitfür preiswürdig erkannt werden mag, wird dadurch noch keineAnsprüche ans allgemeine, absolute Gültigkeit erwerben.
Wir sehen darum bei unseren Bemerkungen über diesen Gegen-stand von allen Ansprüchen philosophisch-politisch-systematischerBetrachtung ab, sprechen aus, was schlichtes und einfaches Nach-denken und Gefühl uns eingeben, und unterwerfen gern unsereAnsichten der Beurteilung des gesunden Menschenverstandes, wiewir auch nur die Beistimmung desselben ohne alle weiter aus-gedehnten Ansprüche anstreben.
Daß Armut und Reichtum an und für sich weder ein Glücknoch ein Unglück zu nennen sei, solches einzusehen wird demdenkenden Menschen nicht schwer. Zwar treffen wir die Ver-wechselung dieser Vorstellungen sehr häufig im Leben an; aberdennoch kann man sich leicht davon befreien. Lehrt es ja auchschon die alltägliche Erfahrung, daß der Reiche nicht schon durchden Besitz des Reichtums selbst zum glücklichen, und daß derArme nicht schon durch die Entbehrung selbst notwendig zumunglücklichen Menschen werde. Es kommt alles auf die An-wendung, den Gebrauch und die Ansicht an. Aber dennoch giebtes nach der Natur des Menschen eine Grenze, über welcher beideZustände zu Extremen und dadurch zum Unglück werden. Mirden Reichtum läßt sich diese Grenze weniger angeben, als fürdas Gegenteil. Nach unserer Meinung fängt die Armut annotwendig ein Unglück zu werden*, wenn sie so groß wird, daß
* „Bei dem gegenwärtigen Zustande der Gesellschaft ist Armut ein Un-glück, oft eine Schande, immer ein Übel." Pölitz, Jahrbücher.
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