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einen beschuldigt zu werde», wenn man sich doch nnr des anderenbewußt ist.
Aber diese Gefahr darf uns nicht abhalten, dem Guten undBestreu nach reinstem Bewußtsein nachzutrachte» und die Ein-sicht darüber vor unseren Zeitgenossen offen und unumwundendarzulegen, wie es denn von uns in dem vorliegenden Fall hier-mit geschehen soll.
Wenn wir uns zu der Ansicht bekennen, daß es ein allge-meines, auf der Welt ruhendes Übel sei, daß die Güter der Erdein so ungleichem Verhältnis verteilt seien, wie es vorliegt: sodenken wir in dieser Beziehung nicht von ferne an den Traumder Gleichmacherei unter den Menschen, und wir stimmen darumnicht iu das Feldgeschrci der „Freiheit uud Gleichheit",welches einige erheben mögen. Ungleichheit unter den Menschenhat von jeher existiert, und wird ewig existieren. Gott der Herrselbst hat sie geschaffen, d. h. Ungleichheit der Bedingungen undKräfte, sowohl der leiblichen als der geistigen, also auch Ungleich-heit der Resultate. Eine lebendige Gliederung der Welt verlangtsie und setzt sie voraus, und wir mögen mache», was wir wollen,wir werden sie nicht aus der Welt hinausschaffen.
Aber unser Feldgeschrei ist auch nicht: „Freiheit und Un-gleich heit", indem man damit nur zu gern die Beibehaltungder jetzt bestehenden Ungleichheit verteidigt zu haben meint.
Nor allen Dingen ist zu unterscheide» und anzugeben, wasman unter Gleichheit und Ungleichheit zu verstehe» habe. VölligeGleichheit des Besitzes ist ebenso sehr ein Unding, als völligeGleichheit der Geisteskräfte, welches Hirngespinst wir Jacototüberlassen wollen. Aber aus diesem Zugeständnis folgt nicht dieRechtfertigung jeder Art der in der Welt bestehenden Ungleichheit.Die Ungleichheit kann nicht das Ideal eines Zustandes der Mensch-heit sein, noch weniger als das entgegengesetzte. Es kommt daherdarauf au, die richtige Mitte zwischen diesen Gegensätzen zu er-mitteln, d. h. Verh ältuisMäßigkeit.
Wer nnr denkeu kann, wird die Schwierigkeit dieser Ermitte-lung einsehen. Sie ist vorerst ein Problem, des Nachdenkens dertiefsten Denker würdig, und wirklich haben auch mitunter diegrößten Männer aller Zeiten diesen: Gegenstände ihren Scharf-