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1 (1890)
Entstehung
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liegt, muß sie auch durch das Gesicht aufgefaßt uud erlerut werden,wogegen eine lebende Sprache von dein sprechenden Munde ausden Geist durch den unmittelbar sprachauffassenden Sinn desGehörs trifft. Eben darum ist die Art des Erlernens einer totenSprache aus ihren schriftlichen Überresten geboten; das fremdeWort und die fremde Sprachform wird dein Auge vorgerückt linddem Lernenden gegeben und die Übersetzung in die Muttersprachebeigefügt. Aber auch hier erkennen wir die unerläßliche Not-wendigkeit, daß, falls nur von Lernen mit Bewußtsein und Verstanddie Rede sein soll, vorher der Inhalt und die Formen der Mutter-sprache aufgefaßt und begriffeil sein müssen, um das Unbekanntelind Unverstandene durch Bekanntes und Verstandenes dem Geisteeinznsügeil; oder es entsteht die Notwendigkeit, zwei freinde Formenund Sprachen, die tote ausländische und die unbekannte inländische,zugleich zu erlerneil, was aber die Methode nimnler gntheißenund billigeil kann. Denn diese verlangt, ans jeder Stufe denGeist des Lernenden nur mit Einem zu beschäftigen, nicht aufderselben Stufe und gleichzeitig mehreres Verschiedenartiges oderalles zugleich zu treiben, weil dadurch notwendig Unklarheit lindVerwirrung entsteht. Soll sich daher z. B. der Schiller bei Er-lernung der Zeitwörter der lateinischeil Sprache, der Bedeutungder Endsilben o, as, nt, rc. mit Verstand bemächtigen, so mußvorher von ihm die Bedeutung der deutschen Endsormen e, est,et rc. begriffen sein. Aus dieser Darstellung erhellet indes zu-gleich der hohe Wert der Erlernung einer fremden Sprache für dasrechte Verständnis der Muttersprache, weil die ähnlicheil Formeneine Vergleichung verschiedener Farmen für ähnliche oder gleicheVorstellungen und Beziehungen ermöglichen, wodurch der Lernendenotwendig zu allgemeineren Ansichten über die Muttersprache selbstgelangt, indem man eineil Gegenstand nie durch isolierte Be-trachtung desselben, sondern durch dessen Beziehung auf andereund durch Vergleichung mit verwandten vollständig kenneil lernt.

Nachdem wir in dein bisherigen den allgemeinen Grundsatz,vom Konkreten zum Abstrakteil fortzuschreiten, auch auf den,Sprachunterricht angewandt lind in demselben geltend gemachthaben, könnte unsere Ansicht in dieser Beziehung entweder falsch