Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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erstens die Auffassung der Begriffe und Beziehungen, welchein die Sprache niedergelegt sind, d. h. die Sprache, verstehen;

zweitens, da der Geist selbst der Sprache, seinem Erzeugnis,unmittelbar sein Gepräge, seine Natur eiuverleibt, so kommendem Schiller die Gesetze des Denkens zum Bewußtsein;

drittens erlangt er dadurch die Gewandtheit, jeden andernUnterricht, jedes Buch besser zu verstehen, da er nun nicht mehrmit der Form ringt, sondern hauptsächlich seine Aufmerksamkeitans den Inhalt richten kann;

endlich viertens gewinnt er die Fertigkeit, selbst richtig undgewandt zu sprechen und zu schreiben.

Wenden wir nun den unbestrittenen methodischen Grundsatz,welcher verlangt, daß das Unbekannte, Fremde, an das Bekannteangereiht werde, auf den Unterricht fremder Sprachen an, sofolgt, daß die Methode, sie zu lehren, diesem Grundsätze gemäßsein würde, welche von der Muttersprache aus zu der fremdenSprache hinüberlenkte, diese durch jene erschlösse und von dembekannten Gebiete der eigenen Sprache das Gebiet der fremdenSprache zu gewinnen versuchte. Man würde also das Erlernender fremden Sprache mit dem Übertragen oder Übersetzen derWörter und Sätze der Muttersprache in die zu erlernende beginnenund so lange damit fortfahren, bis der Schüler zu einem be-stimmten Grade von Geläufigkeit in dem Sprechen und Schreibender fremden Sprache gelangt wäre. Unleugbar ist dieses die natur-gemäßeste Methode der Erlernung einer jeden fremden Sprache,und wirklich wird jede lebende fremde Sprache, in welche derLehrer lebendig eingedrungen und die er vollständig in seinenBesitz gebracht hat, also auf die kürzeste und fruchtbarste Weisegelehrt, wie wir an französischen und englichen Bonnen undSprachmeistern in den Häusern unserer Vornehmen gewahr werden.Die deutsche Redensart wird in die fremde Sprache übertragen;nun bedient man sich dieser, bis sie uns geläufig geworden, undso erobert man nach und nach das Gebiet der fremden Sprache,um dessen Produkte dann umgekehrt in deutsche nmzuwandeln.Bei der Erlernung der toten fremden Sprachen herrscht der run-gekehrte Gebrauch; man beginnt mit Wörtern und Redensarten

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