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1 (1890)
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doch? Dann beruft sich der Verstand auf das, was die Sinnelehren, und daß non allen Lebenden keiner eine Kunde von derFortdauer eines Verstorbenen empfangeil habe.

Der Wunsch nach Fortdauer veranlaßt den Verstand zuallerhand Untersuchungen, je nach dem Standpunkte des Fragen-deil, Bewegten. Der eine sucht die Sache von dem religiöseil,der andre voll dem spekulativen Standpunkte aus zu erörtern,ob sich nicht irgend eine Gewißheit entdecken lasse, ein Schauenmöglich sei. Daher kehrt bei jeder neuen Philosophie die Uu-sterblichkeitsfrage wieder, wie es in der neuern Zeit z. B. dieSchriften voll Gösch et, Fichte dem Jüngern und andere vonneuem darthiln. Aber es scheint nicht, daß es auch einem volldiesen gelungen sei, mit der Sache aufs reinel zu kommen lindüber die Mauer zu schauen oder dieselbe zu durchbrecheil, dienach Kant die Erscheinung, mit deren Auffassung wir uns be-gnügen müssen, voll dem Ding an sich trennt, welche zwar vonjedem Forscher mit dein beschrieben wurde, voll dein er ineinte,daß es hinter derselben stecke, doch so, daß jeder Folgende dieMeinung des Vorhergehenden für ungenügend erklärte und dieseinige all die Stelle setzte, bis sie das Schicksal der vorhergehen-den erlebt.

Es ist nur nicht gelungen, die obengenannten neuen Schrifteildurchzubringeil, trotz meiner Sehnsucht uach mehr Licht. DieDarstellung ist mir zu fremdartig. Mehr hat mich Jean PaulsKampanerthal befriedigt, lind manche erhabene Stellen inTie dg es Urania habe ich von neuem mit Erhebung gelesen.

Auch manche Analogien habe ich in einzelnen Augen-blicken freudig in Erwägung gezogen, z. B. die: Wie die Hülle,in welcher der Fötus lebt, absterben muß, damit der Mensch zumLeben gelange, so muß der Leib verwesen, damit der Geist indas jenseitige Leben übergehen könne.

Aber beim Lichte besehen, wird dadurch ebeu nichts be-wiesen, der Verstand also nicht befriedigt. Dieses würde erstdann der Fall sein, wenn wir das Wie des nachfolgenden Lebensaufzusasseil vermöchten. Das Warum ist nicht nötig, denn auchin den irdischeil Erscheinungen können wir dieses selten angeben;aber bei allem, was in den Bereich des Begriffs fällt, also gewußt