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es dem Acker an, daß ans ihm nichts wächst, als das, was manihm abzwingt. Ans eigner Kraft trägt er nichts. Daher ver-mißt man anch überall das Unkraut, das in fruchtbaren Gegen-den eine wahre Plage des Landmannes ist. In der Mark stehendie Halme auf reinem Boden, schlank und strack, ohne üppigeBlätter, dünn und gestreckt. Sie sind nicht von selbst gewachsen,sie sind gemacht.
Wie mit dein Boden, so verhält es sich anch mit den Menschen;auch sie sind gemacht, es sind gemachte Menschen. Viel ist anihnen nicht von selbst in die Höhe geschossen, sie sind nicht Natur-,sondern Kunstprodukte. Es ist znm Erstaune», was alles sie aussich machen, es verdient Anerkennung, manchmal Bewunderung,sie übertreffen in dem Gemachten oft weit die übrigen Deutschen;aber es ist Kunstwerk, das natürliche Behagen, die Mille fehlt,die anziehende Mannigfaltigkeit und Üppigkeit, die gesunde, frische,freie, wilde Natur. Sie gleichen meist den Früchten ihres Bodens:schlank, fein und dünn, oft mit Ähren voll vortrefflichen Mehles,oft aber anch leere, aufgeschossene Hülsen, ansgetrocknet oder vomWurme zernagt, selten üppig wuchernd ans dem Boden herausin Mannigfaltigkeit der Keime und Grnndtriebe. Darum fehlethier den Menschen oft das natürliche Behagen, die gesunde, freieNaturkraft; die Dichter haben die Tiefe des Gemütes nicht, durchdie sich süddeutsche Dichter auszeichnen, wogegen die norddeutschenan Fertigkeit in Metrum und Rhythmus oft alles übertreffen.Was sich machen läßt, das machen sie; aber leider läßt sich nichtalles, ja oft das Beste nicht machen. Machen läßt sich z. B. alleForm, in welcher die Menschen erscheinen: Kleidung, Gang, Manier,Tonrnüre, Redensarten, gesellige Formen aller Art, Brief- undanderer Stil, Darstellungsweise, Forme» der Regierung, Ver-waltung, Bureaukratismns, Kontrolle, Schreibwesen, militärischeHaltung, Exercitium »nd tausend andere äußere Dinge. Inallen diesen werden die Süddeutschen von den Norddeutschen weitüberholt; jene haben dagegen die Tiefe des Gemüts und dieFülle innerer Triebkräfte vor diese» voraus. Im Süden herrs ch tdie Natur, im Norden die Kunst vor. Um das Gesagte wahrzu finden, vergleiche man: den schwäbischen Landmann mit dem
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