Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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oder wie leer und öde habe ich mich gefühlt, wenn ich ohne dieseLabung das Bett suchen mußte, welche innere Unruhe, Gewissens-bissen gleich, hat mich dann überfallen, und welche Wonne hateine Reise mir gebracht! Auch dies Mal hat die Natur schonbis hierher mich wunderbar gestärkt, und ich fühle mich schoneinen andern Menschen. Nicht ohne Bewegung habe ich diewallenden Saaten betrachtet, nicht ohne geistige Erquickungdie herrliche Luft getrunken, und des Daseins, des Gedankens: einMensch zu sein, mich gefreut, mich gefreut, daß ich denken kannund empfinden und wollen. Gott ist ein weises, ein gütiges Wesen.

3 .

Der Weg von Berlin nach Stettin ist eben, und man siehtnicht einmal Berge. In der Nähe von Schwedt, wo man dieOder erreicht, bemerkt man Hügel, schön bewachsen. Der Bodenbesteht aus dem bekannten märkischen Sande, den Trümmerneines in unvordenklicher Zeit zertrümmerten Granitgebirges, dessenfestere Geschiebe sich noch auf und in dem Boden als Granit-blöcke vorfinden, welche ausgesucht, in Stücke zerklopft und alsPflastersteine benutzt werden. Dieser unglückselige Sand bedeckteinen großen Teil von Norddeutschland. Er ist sehr feiir undlocker, und man muß dabei ja nicht an Kies denken. Der Windhebt ihn überall, wo er nicht bepflanzt ist, und bei ausgetrocknetemErdreich. Er ist also eine Art Flugsand. PflanzenernährendeTeile enthält er gar nicht, der Regen dringt überall durch, haftetnicht in ihm, und wenige heiße Tage reichen hin, ihm alle Feuchtig-keit zu rauben. Ein der Vegetation ungünstigerer, schlechterer Bodenkann also in der Thal wohl nur in der Sahara gefunden werden.

Darum erstaunt der Reisende, der solchen Boden nie gesehenhat, wenn er wahrnimmt, was der Fleiß deutscher Landlente ausdiesem Boden gemacht hat. Er ist nicht nur fast überall bebaut,sondern er trägt auch mitunter sehr üppig stehende, vortrefflicheGetreidearten, namentlich Roggen. Als ich zum erstenmale inden Gärten Berlins ans dem trocknen, gelben und weißen Streu-sande die saftreichsten Gemüse emporwachsen sah ein sonder-barer Kontrast zwischen dem Grün der Blätter und der Weiße