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später, wenn ich etwas von seiner Entwickelung, seinem Stande,seinen Schicksalen erfahre, eine Erklärung zu finden, warum derMensch so geworden ist, wie er geworden, so weit solches über-haupt oder in einem speziellen Falle möglich ist. Auf Reiseilgibt sich der Mensch ganz so, wie er ist. Mail pflegt nicht ansich zu halten, sondern sich gehen zu lassen, einmal, um sich derbeengenden Last gesellschaftlicher Fessel zu entledigen, dann, weilman dadurch — versteht sich, innerhalb gewisser Schrankeil —nicht verstößt gegen Herkommen und Sitte. Alis Reisen knüpfensich daher leicht Bekanntschaften; sie lösen sich freilich auch ebenso schnell und leicht. „Es war," sagt mail, „eine Postwagen-Bekanntschaft". Ich trachte daher auf Reisen nach Erweiterungder Mens cheilkeilntnis, je nach der Verschiedenheit der Nationen,Volksstümme, der Stände. Dies ist das erste Reiseinteresse.
Das zweite liegt in der Kenntnis menschlicher Ein-richt n n g e n. Dahin gehören Wege, Brücken und Kanäle, Bau-art der Wohnungen, der Dörfer und Städte, der Festungen, derKirchen und Paläste, der öffentlichen Anstalten, der Schnellwagenund Dampfschiffe. Es ist doch znm Teil etwas sehr Merkwürdiges,und noch unsre Väter hätten solches für unmöglich gehalten,daß man sich Mittwoch abends 7 Uhr in Berlin ans den Wagensetzen und Freitags darauf in Kopenhagen zu Mittag speisenkann, ohne auch nur müde zu werden. Es ist doch gewiß sehrmerkwürdig, daß man jetzt Schiffe bauet, die sich um Wind undWetter so gut wie gar nicht kümmern, und dem Winde schnur-stracks entgegensegeln. Darum richtet der aufmerksame Reisendeans dieses alles seine Aufmerksamkeit. Es ist erstaunlich, welcheAusbeute man in dieser Hinsicht schon von einer kurzen Reisemit nach Hanse bringen kann. Man lernt die Naturkräfte vonihrer praktischen Seite kennen und gerät über den Scharfsinnund die Thätigkeit der Menschen in ein freudiges Erstaunen.
Von höherem Interesse als dieses zweite ist die Natur, dieWelt, die große, weite Welt, wie Gott der Herr sie geschaffenhat, und hier liegt für den abgespannten Geist die eigentlicheQuelle der Erfrischung und neuen Belebung. Der Menschen undihres Getreides kann man recht von Herzen müde werden, in