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dem Spiegel des Geistes, vermindern die Größe des Gesichts-winkels, unter dem der Schulmann seinen Gegenstand, die Wichtig-keit der Sache, betrachtet, stellen ihn aus dem Centrum in diePeripherie oder auf die allgemeine Fläche des Lebens, und machenihn den übrigen, sorglosen, weniger gebundenen, freier lebendenMenschen gleich. Es ist eiir großer Gewinn! Möchte er allen injedem Jahre zn teil werden! Die Schule würde dadurch an Heiter-keit und Frische unendlich gewinnen.
So sitze ich jetzt, abends 10 Uhr, in Nr. 13 des Hotel duNord bei einen: deutschen Gastwirt, namens Kühne, und endigedaselbst den ersten der Briefe, die ich Dir auf dieser Reise zu schreibennur vorgenommen habe. Bald sollst Du das weitere hören.
2.
Meine Reise ist eine pädagogische. Ich will Schulein-richtungen sehen, für meinen Beruf zulernen, an pädagogischerErfahrung bereichert nach Hause zurückkehrein Ich will aber auchüberhaupt mein Leben bereichern, in der Weise, wie es meinerEigentümlichkeit zusagt. Zu dem Ende brauche ich Dir nur dieReise von Berlin einfach und kurz zu schildern. Daraus gehtdie Erkenntnis der Art und Weise hervor, wie ich reise, in welcherRichtung mein Geist sich bewegt, welche Dinge ich auszufassenmich bestrebe.
Auf mehreren Wegen konnte ich den Ort meiner Bestimmung(Eckernförde) erreichen: zu Lande über Hamburg — zur See überStettin und Kopenhagen, von da über See nach Kiel u. s. w.Ich wählte den letzteren, weil er die meisten neuen Eindrücke zubringen versprach, lind ich Hamburg doch aus der Rückreise be-rührte. An: 29sten, abends 7 Uhr, stieg ich in Berlin in denSchnellwagen nach Stettin. Die Gesellschaft bestand nebst miraus sechs Männern verschiedenen Standes. Dennoch oder ebendarum entwickelte sich bald ein mannigfaltiges Gespräch über all-gemeine Gegenstände leichten Inhaltes. Das erste Interesse fürden Menschen hat der Mensch. Ein jeder, mit dem Verhältnissemich iil Berührung setzen, hat darum eine gewisse Merkwürdig-keit für mich. Ich suche seine Eigentümlichkeit aufzufassen und