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1 (1890)
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das teure Kind nach so schwerer Krankheit wieder geschenkt zubekommen, war und ist noch sehr groß. Gott lasse ihn ganzgenesen und Er erhöre, was derselbe abends mit stammelnderZunge nachbetet:- hüte mich, Amen."

Ich war durch dieses "alles sehr herunter gekommen. DieArbeit, sonst meine Lust, ja Erholung und Bedürfnis, war miroft ganz zuwider. So konnte es nicht fortgehen. Glücklicher-weise stand mir eine Reise bevor. Vorgestern abends 7 Uhr binich von Berlin abgereiset, und heute nachmittags 4 Uhr legte sichdas Dampfschiff, das auch mich trug, hier vor Kopenhagen vorAnker.

Der Trieb zur Reise wirkte mit. Ich trug daher meineWünsche einem Hohen Ministerio vor und bat das Königl. Schul-kollegium der Provinz Brandenburg, die unmittelbar mir Vorge-setzte Behörde, um Unterstützung meines Antrages. Derselbe wurdedurch eine spezielle Beziehung näher motivieret. Der Schulunter-richt des Louisenstiftes, eines Waisenhauses für 60 Knaben desverschiedensten Alters, stellt dem Inspektor der Anstalt, der zu-gleich der alleinige Lehrer ist, eine zu große, fast unüberwindlicheAufgabe. Bei einem Wechsel der Personen schlug ich einen Zög-ling des Berlinischen Seminars zum Inspektor vor. Nachdemderselbe in sein Amt eingesetzt war, riet ich ihm, sich in denKnaben eine Anzahl von Helfern heranzuziehen, und ich machteihn auf die wechselseitige Schuleinrichtung aufmerksam.Ich dachte, in diesem Stifte, das vom Publikum nicht abhängtund unter der einsichtsvollen Leitung der wohlwollendsten Männersteht, auch ein geräumiges Schullokal besitzt, kann ein Versuchzur Einführung der neuen Form geinacht werden. Der in dieserBeziehung von dem neuen Inspektor, Herrn Hibean, gemachteAntrag wurde von der Kommission genehmigt, und derselbe nachMagdeburg uud Ascherslebeu gesandt. Ungünstige Zufälle machtenes ihm unmöglich, alles in Ausführlichkeit zu sehen. Auch er-schien es wünscheilswert, daß noch ein anderer Schulmann inBerlin mit der Sache durch Selbstauschauung bekannt sei. Darumging alles nach Wunsch, und ein Hohes Ministerium genehmigtemeinen Antrag und erleichterte die Ausführung der Reise mit der