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Einstimmig wurde die Krankheit für eine Hirnentzttudung erklärt,und demgemäß ein antiphlogistisches Verfahren eingeleitet. Darumäußerlich 16 Blutegel, und nachher noch einmal so viel. Amandern Tage begann die Begießungsmethode. Danke Gott,wenn Du davon nichts weißt! Sie besteht ii: lang anhaltendenÜbergießungen des Kopfes mit kalten: Wasser. In Berlin ist sievorzüglich durch den berühmten Heim, der die Krankheiten riechenkonnte, in Gang gebracht worden. Derselbe liebte die heroischenKuren. Eine solche ist die, von der ich spreche. Unser Kuäblein,2 Jahre alt, nichts weniger als der Stärksten einer, wurde in denersten Tagen, in jeder Stunde, eine ganze Viertelstunde,d. h. eine Ewigkeit lang — denn jede Minute ist ein Jahr —mit so kalten: Wasser, als wir es haben konnten, begossen. Tagund Nacht. Die Mutter und die Schwestern hielten das Kind,ich verrichtete das Begießen. Fremden mochten wir es nicht tiber-lassen. In den ersten Tagen wurde der Knabe jedesmal wietot, und es dauerte wohl eine halbe Stunde, ehe er sich etwaserholte und warn: wurde. Kaum war dieses geschehen, so mußteer wieder aus den: Bette gerissen werden. Da hat die Mutter,da habe ich etwas ausgestanden. Es gibt manchen bitterenkörperlichen Schinerz, aber Seelenschmerzen greisen mehr das Lebenan. Trotzdem hielt die Mutter es 7 Tage aus, und das Kindschien der Genesung entgegen zu gehen. Das Begießen wurdein größerei: Zwischenräumen angewandt, daun ganz eingestellt.
Leider war es zu früh geschehen. Schon nach 3 Tagei:mußte die Marterkur wieder angesaugen werden, jedoch nur allezwei Stunden eine Viertelstunde, Tag und Nacht. Dieses gingnun gegen 20 Tage so fort; dann alle 3, hieraus alle 4, dannalle 6, endlich alle 12, zuletzt alle 24 Stunden, dam: gar nichtmehr. Wer war froher als wir? Dein: der Knabe war genesen,insoweit, daß er den Kopf wieder frei zu bewege,: anfing und —zu spiel ei: verlangte. Auch der Appetit hatte sich eingestellt.Meine Frau hat die ganze Kur 34 Tage mitgemacht; ich hatteso lange nicht ausgehalten und mußte mich — wollte ich fähigbleiben, meine Stunden zu geben — manchmal durch eine meinerTöchter vertreten lassen, um schlafen zu können. Unsere Freude,