Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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Spitze allerdings der unbestimmte, unentwickelbare Gedanke an denWeltschöpfer eintritt, weil hier alles Erkennen und Begreifen auf-hört. Der ungebildete Mensch unterscheidet sich in der vorliegendenBeziehung also dadurch von dem gebildeten, daß jener die Vor-stellung einer übersinnlichen Einwirkling überall unmittelbar mitden Erscheinungen, die er nun einmal nicht als selbständig zudenken vermag, verknüpft, dieser dagegen den natürlichen Zu-sammenhang der Wirkungen und Ursachen möglichst weit rück-wärts verfolgt. Man kann daher in voller Wahrheit sagen, daßdie Physik als eine um so vollendetere Wissenschaft erscheint, jeweniger sie zur Annahme einer der übersinnlichen Welt angehörigenMacht genötigt ist.

Dies gilt voll allen Wissenschaften. Je mehr sich diese ver-vollkommnen, desto selbständiger werden sie, desto mehr reichennatürliche Ursachen zur Erklärung der Erscheinungen hin. Wasman srüherhin für unmittelbare Wirkungen guter oder böser Geistererklärte, erkennt die weiter geschrittene Wissenschaft als natürlicheFolge erkannter Grundkräfte. Je mehr man daher noch in derWissenschaft von unmittelbaren Einwirkungen, von Gegebenem undPositivem, spricht, desto tiefer, steht das Erkennen, denn es iststets eiil Zeichen des ohnmächtigen Verzichtleistens auf weitereAbleitungen; je tiefer dagegen der Mensch diese zu geben, je mehrer deil Kreis des Unerklärbaren beschränken, d. h. den Umfangdes Erklärbaren, Erkannten zu erweitern imstande ist, desto glän-zender und vollkommner erscheint die Wissenschaft, der Triumphund der Glanz des menschlichen Geistes.

Wenden wir diese Wahrheit noch in kurzen Bemerkungenans drei Gebiete des Erkennens an: auf Religion, Sprache,Psychologie!

In dem Kindesalter des Menschengeschlechtes wandelte derewige Geist persönlich unter seinen Menschenkindern umher. Ersorgte unmittelbar für ihre leiblicheil Bedürfnisse, er führte sieiil eineil Garten, zeigte ihnen nahrhafte Speisen und verfertigteihnen Kleider zum Schutz gegen die Witterung. Späterhin blieber in seinen Himmeln, und er sandte den Menschen seine Boten,und diese unterrichteten nun die Menschen in der Kunst, die Erde