Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
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VII.

Wer das Angeborene.

Ich sage absichtlich über das Angeborene, nicht das An-geborene, weil ich voraussehe, daß ich den Gegenstand nichterschöpfend behandeln kann. So weit sind wir nach meinem Be-danken noch nicht; diese Stunde hat in der Psychologie noch nichtgeschlagen, darum müssen wir uns auch in der Pädagogik, einerTochter der Psychologie, mit Andeutungen, ungefähren Bestim-mungen, Beschreibungen über das der menschlichen Seele Ange-borene begnügen; klare und bestimmte Definitionen, die etwassetzen, d. h. Sacherklärungen, die aus der Erkenntnis bestimmter,unbezweifelter Thatsachen ruhen, fehlen größtenteils. Wir gebendaher hier auch keine vollendete Lehre, sondern Andeutungen,um die Sache näher zu bestimmen, alten aufgehäuften Bauschuttwegzuräumen, d. h. veraltete Meinungen zu berichtigen und mitden Lesern der Wahrheit näher zu rücken. Das Beste, das wirvorzulegen haben, rührt nicht von uns selbst, sondern vom Pro-fessor Beneke her, dessenLehrbuch der Psychologie, Berlin",und dessenErziehungs- und Unterrichtslehre, Berlin", wir beiunfern Betrachtungen zu Grunde legen. Ehe mir deren Be-stimmungen über das Angeborene mitteilen, ergehen wir unseinleitend in einigen Betrachtungen.

Die Geschichte der Wissenschaften zeigt uns in ihrer Ent-wickelung (gemäß dein Fortschritt der Menschheit selbst, an welchenjene Evolution gebunden ist) zuerst immer rohe Anfänge, Fest-halten am Sinnlichen und Groben, Beharren bei den äußeren